Bei Audi in Brüssel wird die Produktion heruntergeschraubt. Hier verlieren zunächst 371 Zeitarbeitskräfte ihre Jobs. Die sozialistische Gewerkschaft ABVV bei Audi hat eine Streikankündigung eingereicht und Belgiens Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) setzt eine Task Force ein, um auf mögliche Entwicklungen eingehen zu können.
Audi Brüssel beendet die Verträge von Zeitarbeitskräften – Premier De Croo setzt eine Task Force ein
Ende letzter Woche wurde die Beendigung von 371 Zeitarbeitsverträgen bei Audi im Brüsseler Stadtteil Vorst im Rahmen einer Betriebsratssitzung angekündigt. Der deutsche Autobauer schraubt seine Produktion am belgischen Standort zurück, weil die Nachfrage nach elektrischen Autos stagniert. Die Ingolstädter produzieren in Brüssel derzeit ausschließlich E-Autos.
Seit einiger Zeit wird ab und zu Kurzarbeit bei Audi Brussels gefahren oder die Bänder laufen langsamer, was auch die sozialistische Gewerkschaft ABVV mitteilte. Doch dass jetzt so schnell die Personalstärke in Vorst abgebaut wird, überraschte auch die Gewerkschaften.
Franky De Schrijver von der ABVV sagte gegenüber VRT NWS: „Das war eine kalte Dusche. Es gab keine vorbereitenden Gespräche, auch wenn der Impakt sehr groß ist. Wir hatten Zwischenmaßnahmen erwartet und gehofft, dass es zu Kompromissen kommen kann, um diese Leute an Bord behalten zu können. Aber das erschien unmöglich.“ Daraufhin wurde eine Streikankündigung bei Audi eingereicht.
Task Force
Audi Brussels-Sprecher Peter D’hoore bestätigte den Vorgang und sagte, dass dieser Entschluss nicht leicht gefallen sei: „Herausfordernde wirtschaftliche Umstände und der Umstand, dass man Zuschüsse (für den Erwerb von E-Autos, Red.) an einigen Märkten nicht voraussagen kann, sorgen momentan für Zurückhaltung bei den Kunden, um vollständig elektrische Fahrzeuge zu kaufen“. Man müsse die Produktion in Brüssel also anpassen, da hier ausschließlich E-Autos vom Band laufen, so D’hoore.
Premierminister De Croo sprach inzwischen mit dem Management von Audi Brussels über die Zukunft des Standortes Brüssel-Vorst.
Der flämische Liberale hatte bereits im Februar in der Kammer im belgischen Bundesparlament angekündigt, dass eine Task Force eingesetzt wird, nach dem bekannt wurde, dass der neue elektrische SUV Q8 e-tron nach 2027 nicht hier gebaut wird. Diese Task Force aus Vertretern aus Bund und Brüsseler Hauptstadt-Region tagt ab April und soll bis Mai Resultate vorlegen.
