In der vergangenen Nacht wurde ein kurdischer Gastronomiebetrieb in Gent überfallen. Das bestätigt die Polizei. Ein Video zeigt, wie etwa 10 maskierte Männer die Schaufenster zerschlagen. Die Polizei untersucht, ob es einen Zusammenhang mit den jüngsten Spannungen zwischen der türkischen und der kurdischen Gemeinschaft gibt. Bei dem Vorfall gab es keine Verletzten.
Gruppe maskierter Männer verwüstet kurdischen Gastronomiebetrieb in Gent
Der Vorfall ereignete sich gestern Abend in der Bevrijdingslaan in Gent, im Stadtteil Brugse Poort. Auf einem Video (hierunter) ist zu sehen, wie sich eine Gruppe von Männern einem Gastronomiebetrieb nähert und dort Zerstörungen anrichtet, unter anderem durch Einschlagen von Scheiben. Die Polizei bestätigte den Sachverhalt, gab aber ansonsten nur spärliche Auskünfte. Es ist unklar, ob Personen verhaftet wurden.
Auf dem Video ist jemand zu sehen, der die Handgesten der "Grauen Wölfe", einer nationalistischen türkischen Bewegung, macht. In letzter Zeit kam es erneut zu Spannungen mit der kurdischen Gemeinschaft. Die Polizei untersucht, ob es da einen Zusammenhang gibt. Eine türkische Quelle behauptet, dass eine alte Fehde zwischen zwei Cafébetreibern der Auslöser ist, aber auch das ist noch nicht klar.
Nach den Krawallen in Limburg kam es am Montagabend zu türkischen Protesten in Gent. Die Aktion verlief friedlich. Es gab einen Umzug, der durch die Sleepstraat, am Rathaus vorbei, zum Brugse Poort führte. Die Aktivisten skandierten Slogans gegen die PKK, eine kurdische Bewegung, die auf der EU-Terrorliste steht. Etliche Teilnehmer trugen Vermummungen.
Nach Rücksprache mit Bürgermeister Mathias De Clercq (Open VLD) beschloss die türkische Gemeinde gestern, über Moscheen und Eltern zur Ruhe aufzurufen. Zusätzliche Polizeistreifen rückten an. Die Polizei war gestern Abend schnell vor Ort.

