In Vilvoorde hat der Fußballverein Vilvoorde City Hunderte von benachteiligten Kindern betrogen. Sie müssen nur einen kleinen Teil des Mitgliedsbeitrags zahlen, aber jetzt stellt sich heraus, dass sie trotzdem ein Vielfaches zahlen mussten. Laut Bürgermeister Hans Bonte (Vooruit) könnte es um mehr als 100.000 Euro gehen.
Fußballverein Vilvoorde City betrügt Hunderte von benachteiligten Kindern und ihre Eltern für wohl mehr als 100.000 Euro
Der Stadtrat befasst sich seit einigen Wochen mit einem mutmaßlichen Betrugsfall in Vilvoorde City. Kinder aus armen Verhältnissen haben Anrecht auf einen Freizeitpass und müssen normalerweise nur 20 Prozent des Mitgliedsbeitrags zahlen, die Stadt und der Fußballverein jeweils 40 Prozent.
"Der normale Mitgliedsbeitrag beträgt 380 Euro, aber mit dem Pass sollen anspruchsberechtigte Kinder nur 76 Euro zahlen", sagt Bonte: "Jetzt stellt sich aber heraus, dass sie tatsächlich 280 Euro berappen müssen." Ins Rollen kam der Ball offenbar nach Beschwerden von Eltern. Laut Verein soll es sich um ein Versehen gehandelt haben, aber das System läuft schon einige Jahre.
Der Verein hat nicht nur zu viel Geld von den Spielern verlangt, sondern auch gefälschte Listen an die Stadt weitergegeben, auf denen Dutzende von Namen von Spielern standen, die nicht zum Verein gehörten. Der Klub kassierte auch von der Stadt Geld. Pikantes Detail: Vereinspräsident Faruk Akkus ist Stadtrat für die flämischen Christdemokraten, CD&V.
Möglicher Betrug um über 100.000 Euro
Nach Ansicht des Bürgermeisters könnte ein Betrug von mehr als 100.000 Euro begangen worden sein: "Die Frage ist, wohin das Geld geflossen ist. Da steckt eindeutig ein System dahinter, die Stadt wurde auch direkt abgezockt, um mehrere zehntausend Euro."
Der Stadtrat wird ein Audit anordnen. "Außerdem werden wir den Vorsitzenden Akkus auffordern, bis zum Vorliegen der Ergebnisse zurückzutreten", so der Bürgermeister weiter.
CD&V will zunächst die Untersuchung abwarten, betont aber, dass "wenn es zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, dies natürlich inakzeptabel ist". Der Vorsitzende Faruk Akkus war am Wochenende für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
