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Papst Franziskus enthebt Roger Vangheluwe seiner kirchlichen Ämter

Der ehemalige Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe (87), ist seiner kirchlichen Ämter enthoben worden. Vangheluwe ist kein Priester und auch kein Bischof mehr. Der päpstliche Nuntius, der Vertreter des Papstes in Belgien, bestätigte dies gegenüber der belgischen Presseagentur Belga. 2010 war bekannt geworden, dass er jahrelang seinen Neffen sexuell missbraucht hatte. 

Martina Luxen Belga
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Roger Vangheluwe war am Mittwoch von der Maßnahme von Papst Franziskus in Kenntnis gesetzt worden.

In den letzten Monaten waren neue und schwerwiegende Elemente im Fall Vangheluwe bekannt geworden waren. Die diplomatische Vertretung des Vatikans in Belgien übermittelte daraufhin einen Antrag auf Entlassung Vangheluwes aus dem Klerikerstand an den Vatikan. Am 11. März gab Papst Franziskus dem Antrag statt und ordnete an, dass die vorgeschlagene Strafe vollzogen wird.

Infolge der Aberkennung seines klerikalen Status kann Roger Vangheluwe nach Angaben der belgischen Bischofskonferenz nun im Prinzip tun und lassen was er will. Mit der Abtei in der französischen Loire-Region, wo er seit mehreren Jahren lebt, wurde jedoch vereinbart, dass er dort weiterhin in Abgeschiedenheit bleiben kann.

Die Entscheidung des Papstes kommt zu spät, ist aber für die Opfer notwendig."

Premierminister Alexander De Croo

Die Entscheidung von Papst Franziskus, den ehemaligen Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, seiner Kirchenämter zu entheben, ist "gerecht", reagierte Premierminister Alexander De Croo auf X. Die Entscheidung komme zu spät, sei aber ein notwendiger Schritt für die Opfer, fügte er hinzu.

"Endlich!", reagierte der belgische Justizminister Paul Van Tigchelt (flämische Liberale, Open VLD), ebenfalls auf X: "Wir haben schon lange darauf bestanden. Es ist das einzig richtige Signal an alle Opfer von Missbrauch in der Kirche.“

Gemischte Reaktionen in der Arbeitsgruppe zu Menschenrechten in der Kirche

Die Aufhebung des klerikalen Status von Roger Vangheluwe durch Papst Franziskus ruft gemischte Reaktionen bei der Arbeitsgruppe für Menschenrechte in der Kirche (Mensenrechten in de Kerk) hervor. Der Koordinator der Gruppe, Marc Dewit, sagte am Donnerstag, dass die Entscheidung zwar einen Fortschritt darstelle, jedoch "irrelevant" sei.

"Die längst überfälligen Maßnahmen wurden endlich umgesetzt", erklärte der Koordinator der 1992 gegründeten Arbeitsgruppe. "Es ist normal, dass so etwas passiert", räumte er ein, bedauerte jedoch, dass es "so lange gedauert hat, bis sich etwas bewegt hat".

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