Der Verfassungsausschuss der Kammer hat am Mittwoch einen Vorschlag angenommen, der das Tierwohl in der Verfassung verankert. Vor der Verabschiedung im Plenum wird noch ein juristisches Gutachten eingeholt, um die Auswirkungen einer solchen Verfassungserweiterung zu bewerten.
Kammerausschuss stimmt für die Verankerung des Tierschutzes in die Verfassung
Kristof Calvo (flämische Grüne, Groen) spricht von einem wichtigen Fortschritt für das Wohlergehen der Tiere: "Tiere sind wichtig in unserer Gesellschaft. Von nun an erkennen wir sie voll und ganz als Lebewesen mit Empfindungen an"
Der Text wurde einstimmig angenommen, bei drei Enthaltungen: Hervé Rigot (SP), Servais Verherstraeten (CD&V) und Patrick Dewael (Open VLD).
Der angenommene Text zielt darauf ab, Artikel 7 bis der Verfassung folgende Worte hinzuzufügen: "Bei der Ausübung ihrer jeweiligen Zuständigkeiten sorgen der Föderalstaat, die Gemeinschaften und die Regionen für den Schutz und das Wohlergehen der Tiere als fühlende Wesen.“
Dieser Entwurf zur Änderung der Verfassung wurde bereits vom Senat angenommen.
86 Prozent der belgischen Bevölkerung begrüßen Tierwohl in der Verfassung
Die Tierschutzorganisation Gaia begrüßte die am Mittwoch erfolgte Abstimmung. "Seit 2016 setzt sich Gaia für die Aufnahme von Tieren in die Verfassung ein.
Der Wunsch, Tieren einen verfassungsmäßigen Schutz zu gewähren, wird von der großen Mehrheit der belgischen Bevölkerung geteilt: Laut einer im Februar 2023 durchgeführten Umfrage (Ipsos) sind 86 Prozent der Belgierinnen und Belgier der Meinung, dass Tiere in die Verfassung aufgenommen werden sollten", so die Tierschutzlobby.
"Gaia begrüßt daher die Verabschiedung des Vorschlags im Ausschuss und ruft alle Abgeordneten dazu auf, die Bestimmung bei der Abstimmung im Plenum, die in einigen Wochen stattfinden soll, zu unterstützen."
