Die Budabrücke im Brüsseler Ortsteil Neder-over-Heembeek ist eine besondere Brücke. Sie ist eine Hubbrücke am Seekanal Brüssel-Schelde bzw. an der hier sogenannten „Willebroecke Vaart“, deren Fahrbahn angehoben wird, wenn ein Schiff unter ihr durchfahren muss. Leider ist diese Brücke, seit sie 2022 von einem Binnenschiff in gesunkenem Zustand gerammt wurde, außer Betrieb (was noch bis Juni 2024 der Fall ist). Doch woher kommt ihr Name? Dieser Frage ist die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ in ihrer Reihe „Big City“ nachgegangen.
Was hat die Brüsseler Budabrücke mit der ungarischen Hauptstadt zu tun?
Die Budabrücke ist eine Metallkonstruktion aus dem Jahr 1955. Die Brückendecke kann 35 Meter in die Höhe gehoben werden, wenn ein Schiff hier durchfahren möchte. Laut BRUZZ ist die der auffälligste Eyecatcher des Kanals und des Brüsseler Binnenhafens. Belgienweit gibt es lediglich 14 Hubbrücken, doch diese hier ist wohl die interessanteste Konstruktion.
Dass ihre Reparatur so lange dauert, hat seinen Grund. Seit dem Unfall 2022 müssen hier rund 3.000 Nieten ersetzt werden, die sich verschoben haben. Durch die alte Konstruktion werden hier Techniken aus den 1950er Jahren angewendet… Ihre Wiederinbetriebnahme wurde bereits mehrmals verschoben, zuletzt erst bis Juni.
Die Budabrücke ist nicht nur für den Binnenschiffsverkehr auf dem Kanal wichtig, sondern auch für den Autoverkehr zwischen der Hauptstadt und den Gemeinden Neder-over-Heembeek und Haren. Brüssels Bürgermeister Philippe Close (PS) sprach von „strategischem Belang für die Mobilität“.
(Lesen Sie bitte unter dem Foto der Beschädigung an der Brücke weiter)
Die Brücke wurde nach dem Namen des Viertels benannt, in dem sie steht, nämlich dem Budaviertel. Obschon zwischen Brüssel und Budapest mehr als 1.000 km liegen, gibt es einen historischen Link. Die ungarische Hauptstadt stand mehr als ein Jahrhundert lang unter ottomanischer und türkischer Herrschaft. Ende des 17. Jahrhunderts aber wurde die Stadt vom christlichen Heer der Habsburger befreit. Davon war man im Rest Europas doch schwer beeindruckt - auch in Brüssel.
Der Sieg der Christen gegen den Islam wurde auch hier gefeiert und zwar am Coudenberg-Palast, am Großen Markt und an der Zavel. Das auch an letzterer Stelle gefeiert wurde, ist kein Zufall. Hier stand damals der Palast der einst mächtigsten Familie der Stadt, derer von Turn und Taxis. Hier wurden die Feiern gesponsert, denn diese Familie war durch ihr Post-Monopol wichtig sowohl für Brüssel, als auch für den Rest Europas.
(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)
Buda wurde ein populärer Name
Nach dem Sieg gegen die Türken in Buda (damals wohl noch nicht mit Pest vereinigt) wurde dieser Städtename in Brüssel populär. Viele Herbergen, Höfe oder Kneipen wurden „In Buda“ benannt und dies war auch der Fall in der Gegend, wo die Busabrücke heute steht. Hier, im Grünen zwischen dem Flüsschen Zenne und dem Kanal, gab es ein Ausflugslokal, das „In Buda“ hieß und danach bekam dieses Viertel im Ortsteil Haren auch den Namen Buda.
Selbstverständlich wurde die 1955 fertiggestellte Hubbrücke dann auch Budabrücke genannt. Inzwischen ist von der damaligen Herberge mit ihrem Ausflugslokal nichts mehr zu finden. Heute ist dies ein Industriegebiet am Kanal. Doch die Hubbrücke darf weiter so heißen. Hoffentlich hebt und senkt sie sich bald dieser und hoffentlich waren die Binnenschiffer in Zukunft darauf, dass die Fahrbahn angehoben ist, wenn sie drunter durchfahren. Die Leute in Haren und Neder-over-Heembeek würden sich freuen…
