Die belgische Kinderschutzorganisation Child Focus braucht strukturelle staatliche Unterstützung, um ihre Arbeit weiter leisten zu können. Angesichts zunehmender Zahlen von verschwundenen oder sexuell ausgebeuteten Kindern und Jugendlichen werde es immer schwieriger, vernünftig arbeiten zu können, lässt Child Focus wissen.
Viele Fälle von verschwundenen und sexuell ausgebeuteten Kindern: Child Focus braucht staatliche Unterstützung
Child Focus funktioniert derzeit zu einem Fünftel der notwendigen finanziellen Mittel aus Zuwendungen der belgischen Nationallotterie und aus Spenden. Doch dies reicht nicht mehr aus, um arbeiten zu können, so Heidi De Pauw, die Leiterin des Kinderschutzbundes gegenüber VRT NWS.
Im vergangenen Jahr habe Child Focus eine enorm angestiegene Zahl an Fällen von verschwundenen oder sexuell ausgebeuteten Kindern registriert, vor allem im Internet. Das führte dazu, dass Child Focus 2023 mit 32 % mehr Fällen konfrontiert wurde, als im Jahr davor.
Dabei handelt es sich z.B. um Kinder oder Jugendliche, die von zu Hause ausgerissen sind oder die aus sozialen Einrichtungen abhauen sowie um nichtbegleitete minderjährige Flüchtlinge.
Viel mehr Anrufe über die Hotlines
Die Zahl der Betroffenen, die sich über die Hotline bei der Organisation gemeldet haben (die kostenlose Telefonnummer 116 000), sei um 39 % angestiegen, so Heidi De Pauw.
Der Fluss der zur Verfügung stehenden Finanzmittel entspreche nicht mehr der Zahl der zu bearbeitenden Fälle und die Folge seien lange Wartezeiten für die Opfer bevor ihnen aus ihrer misslichen Lage geholfen werden könne.
Die Hotline und die Anlaufstellen von Child Focus sind nach wie vor rund um die Uhr und an allen 7 Tagen der Woche besetzt, so Direktorin De Pauw. Um weiter in diesem Maße helfen zu können, brauche es strukturelle Unterstützung auch von belgischen Staat: „Die Frage nach Hilfe ist so groß, dass wir nicht mehr folgen können.“
