Der von Konkurs bedrohte flämische Busbauer Van Hool aus Koningshooikt bei Lier in der Provinz Antwerpen hat diese Woche beim Handelsgericht von Mechelen Gläubigerschutz beantragt. Dies teilte der Krisenmanager mit, der sich derzeit um die Geschicke des Familienunternehmens kümmert. Inzwischen erschwert der Streit zwischen zwei Familienzweigen über die Rechte an Anteilen die Rettung des Unternehmens.
Van Hool beantragt Gläubigerschutz - Familienstreit erschwert die Rettung des Busherstellers
Mit dem Gläubigerschutz soll das Aufrechterhalten des Unternehmens gewährleistet werden, zumindest solange, wie die Gespräche mit den Banken für die rasch benötigten 49 Mio. € laufen. Ohne dieses Geld droht bis Anfang der kommenden Woche der Konkurs.
Inzwischen hat sich mit dem flämischen „Unternehmensdoktor“ Guido Dumarey offenbar ein potentieller Übernahmekandidat gefunden. Dieser will das Unternehmen über eine sogenannte „Blitzpleite“ übernehmen. Auf diesem Wege müssen der belgische Staat oder das Bundesland Flandern auch nicht finanziell einspringen, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd meldet.
Erbstreit sorgt für akute Probleme
Doch die Rettung des traditionsreichen Unternehmens wird durch einen Streit zwischen zwei Familienzweigen erschwert. Dabei geht es um Anteile und um Erbstreit. Bisher weigern sich beide Seiten, auf eine gütliche Einigung einzugehen, die Krisenmanager Marc Zwaneveld vorschlägt.
Dieser verlangt von der Familie Van Hool, dass sich diese noch in der laufenden Woche einigt und den Streit beilegt. Unternehmensgründer Bernard Van Hool starb 1974 und verteilte seine Anteile unter seinen 8 Söhnen. Seine beiden Töchter gingen leer aus und seit dem schwelt dieser Erbstreit. CEO Filip Van Hool ist ebenfalls Anteilseigner. Niemand wird oder kann das Unternehmen retten, solange dieser Erbstreit nicht irgendwie beigelegt werden kann.
