Die Stadt Brügge wird bald Besitzer des historischen Werkstor des Eisenbahnherstellers La Brugeoise, heute Alstom Bruges. Dieses auffällige Tor wurde um das Jahr 1900 herum gebaut. Ein Projektentwickler kam vor einigen Jahren in den Besitz dieser architektonischen Ikone in Brügge, als er ein Grundstück erwerben konnte. Doch jetzt wechselt das historische Tor für einen symbolischen Euro den Besitzer, womit die Zukunft des Gebäudes gesichert ist.
Das ikonische Werkstor von La Brugeoise in Brügge soll Kulturerbe werden
Der heutige Besitzer dieses Werkstors will es aus einem ganz bestimmten Grund loswerden. Brügge erhebt auf lange leerstehende und ungenutzte Gebäude eine sogenannte „Verfallssteuer“ und diese kann schonmal mehrere tausend Euro pro Jahr kosten.
Deshalb geht das Werkstor von La Brugeoise jetzt für einen symbolischen Euro an die Brugge Foundation, eine Organisation, die sich für den Erhalt von historischem Kulturgut im Venedig Flanderns einsetzt. Diese wird den Bau restaurieren und dann als Schenkung der Stadt Brügge überlassen.
Ein Stück Geschichte
Das Tor, dass an der Baron Ruzettelaan steht, ist ein besonderes Stück Stadt- und Industriegeschichte. La Brugeoise war ursprünglich ein Stahlunternehmen, dass sich im Laufe der Jahre auf die Herstellung von Straßenbahn- und Eisenbahnfahrzeuge spezialisiert hat. Heute gehört das Unternehmen, das eine Zeit lang auch La Brugeoise et Nivelles hieß und dann zum kanadischen Eisenbahnhersteller Bombardier gehörte, zum Alstom-Konzern, doch das Werk hinter dem Tor ist schon lange verschwunden.
Erbaut wurde das Tor rund um das Jahr 1900 herum und seit 1999 steht es unter Denkmalschutz. Doch es gehört bisher nicht der Stadt Brügge sondern dem Projektentwickler Luc Beke und dessen Immobilienunternehmen Global Estate Group. Er kaufte Teile des früheren Werksgeländes vor 13 Jahren, um dort einen Bürokomplex zu errichten.
Hohe Verfallsteuer
Beke kam in den Besitz des La Brugeoise-Tors als er das gesamte Grundstück übernahm: „Die Stadt belegte das Tor dann mit einer Verfallsteuer. Bizarr, denn es besteht nur aus einigen Mauern und Dachelementen. Eine vollständige Restaurierung würde 50.000 bis 60.000 € kosten.“
Deshalb beschloss der Geschäftsmann, das Tor zu verkaufen und jetzt übernimmt die Brugge Foundation das ikonische Gebäude. Es wird restauriert und der Stadt überlassen. Beke glaubt, dass ihm die Verfallsteuer aufgebrummt wurde, damit er das Gebäude abstößt: „Aber gut, entweder restauriere ich es selbst oder ich bezahle die Steuer jahrelang weiter. Und ein symbolischer Euro ist noch immer viel mehr als nichts.“
