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Inland
Justiz

Hausdurchsuchung in Charleroi eskaliert: Ein Polizist getötet und zwei verletzt - Mehrere Lokalpolizisten festgenommen

Bei einer Hausdurchsuchung in Lodelinsart bei Charleroi in der Provinz Hennegau ist es am frühen Montagmorgen zu einem fatalen Schusswechsel gekommen. Dabei kam ein Polizist ums Leben, ein zweiter wurde lebensgefährlich und ein dritter nur leicht verletzt. Die Beamten gehören alle zur Spezialeinheit DSU. Der verdächtige Schütze wurde überwältigt, starb aber an den Folgen seiner Verletzungen. Inzwischen sind auch 3 Lokalpolizisten aus Charleroi festgenommen worden. Ob es einen direkten Zusammenhang mit diesem Fall gibt, ist Sache der Ermittlungen.      

Andreas Kockartz
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„Bei einer Intervention am Morgen ist ein Polizeibeamter der Spezialeinheit ums Leben gekommen. Ein zweiter Beamter kämpft gerade um sein Leben“, sage Vincent Fiasse von der Staatsanwaltschaft Charleroi. Ein dritter Polizist wurde ebenfalls verletzt, jedoch nicht lebensgefährlich, so Fiasse weiter. Der getötete Polizist war 36 Jahre alt.

Der Verdächtige wurde von einer Kugel und mit lebensgefährlichen Verletzungen in einem Krankenhaus eingeliefert. Dort verstarb er, wie unsere frankophonen Kollegen der RTBF melden.

Innenministerin Verlinden reagiert

Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V) reagierte auf den Tod eines Polizisten bestürzt: „Wir vernehmen mit Abscheu den Tod eines Mitglieds unserer Spezialeinheiten bei einer Intervention in Charleroi. Zwei andere Mitglieder wurden dabei verletzt. Einer davon kämpft momentan um sein Leben im Krankenhaus.“

„Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Nächsten. Wir haben Vertrauen in die Ermittlungen, die die Staatsanwaltschaft übernommen haben. Die Opfert gehörten zur POSA (Schutz, Unterstützung, Observation und Festnahme) sowie zur Spezialeinheit DSU.

Polizeiarbeit sei oft gefährlich, so Verlinden weiter auf X: „Dabei können Polizisten immer mit unvorhergesehenen Situationen konfrontiert werden. Unsere Polizisten, die Tag und Nacht für die Sicherheit in unserer Gesellschaft arbeiten, verdienen unseren tiefsten Respekt.“

Solidarität

Aus allen Polizeizonen und Staatsanwaltschaften des Landes erfolgen Beileids- und Respektsbezeugungen für den getöteten Polizisten und dem Kollegen in Lebensgefahr wird viel Glück gewünscht.

Auch Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) reagierte von seiner Nahost-Reise auf die Tat via X: „Meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des Polizisten, der in Lodelinsart ums Leben kam und des Polizisten, der zwischen Leben und Tod schwebt. Die Arbeit der Gesetzeshandhabung verdient Respekt. Es ist verachtend, aus ihnen ein Ziel zu machen.“ 

"Der Verdächtige eröffnete das Feuer hinter einer Türe"

Bei der Hausdurchsuchung, die am Montagmorgen so fatal endete, ging es um Ermittlungen in Sachen schwerer Kriminalität: Bildung einer kriminellen Vereinigung, Drogen- und Waffenhandel sowie Handel mit gestohlenen Autos.

Als die Beamten der Spezialeinheit die Haustüre geöffnet hatten, schoss der Verdächtige durch eine Türe im Inneren des Hauses und traf dabei alle drei Polizisten. Offenbar feuerte er ein ganzes Magazin ab und verschanzte sich danach in einem Zimmer.

In einer ersten Instanz zogen sich die beteiligten Beamten zurück, um die Verletzten und ihren toten Kollegen zu bergen und zu versorgen. Gleichzeitig wurde Verstärkung angefordert. Danach wurde der ebenfalls schwerverletzte Verdächtige überwältigt und festgenommen. 

Gleichzeitig hatte die Polizei 10 weitere Hausdurchsuchungen in diesem Zusammenhang durchgeführt.

Beamten der Lokalpolizei Charleroi festgenommen

Am Montag sind auch 3 Beamten der Lokalpolizei von Charleroi festgenommen worden. Wie die Staatsanwaltschaft Charleroi bestätigt, wird gegen diese Polizisten aus verschiedenen Gründen ermittelt: Verletzung des Berufsgeheimnisses, Weitergabe von geheimen Informationen, unrechtmäßiges Konsultieren von polizeilichen Datenbanken, Geldwäsche durch Beamten und kriminelle Verschwörung. Ob dies in direktem Zusammenhang mit dem vorliegenden Fall ist, ist Gegenstand der Ermittlungen. 

Die Polizisten der Sondereinheit, die am frühen Montagmorgen den Tatort der letztendlich fatalen Razzia gestürmt hatten, waren in Lüttich stationiert. Die DSU war offensichtlich aus Gründen der Verwicklung von Polizisten aus Charleroi damit beauftragt worden, die Hausdurchsuchung durchzuführen. Dies war übrigens das erste Mal, dass ein Polizist einer Sondereinheit in Belgien im Einsatz sein Leben verloren hat.

Wer ist der Täter?

Bei dem Täter handelt es sich um einen 56 Jahre alten Mann, Ricardo G. Nach Angaben von Nachbarn sei dieser ein freundlicher unauffälliger Mann gewesen, der dort mit seiner Frau gelebt habe. Er hat offenbar auch zwei erwachsene Töchter, die nicht mehr zu Hause leben.

Der Mann wurde von einer Kugel getroffen. Ballistische Untersuchungen müssen jetzt ergeben, ob dies eine Polizeikugel ist oder ob der Mann versucht hat, sich umzubringen. 

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