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Skandal in der belgischen Armee: Mehrere Soldaten begingen "unzulässige Fakten"

In einem Bataillon der belgischen Armee sind „menschenverachtende und erniedrigende Praktiken“ festgestellt worden. Bundesverteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) sprach bei einer Pressekonferenz zu den Vorfällen von „unzulässigen Fakten“, die sie nicht toleriere. 

Andreas Kockartz
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Die Vorfälle wurden innerhalb des 4. Pionier-Bataillons in der Kaserne von Anay in der Provinz Lüttich begangen. „Hier ist die Rede von Erniedrigung, Misshandlung, Erpressung und Bedrohungen“, so die Verteidigungsministerin. Etwa ein Dutzend Soldaten – erfahrene und weniger erfahrene Soldaten und auch Offiziere und Unteroffiziere – waren daran beteiligt. Offenbar wurden diese Taten mehrheitlich im Rahmen von Taufritualen von Neulingen im Bataillon begangen. 

„Ich will deutlich machen, dass nicht jeder innerhalb des Bataillons daran beteiligt war. Es handelt sich hier um ein Dutzend Personen, bei denen ein deutliches strukturelles Problem vorliegt“, so Dedonder in einer dazu einberufenen Pressekonferenz am Donnerstagmorgen.

„Was hier passiert ist, ist unzulässig“, sagte Armeechef, Admiral Michel Hofman: „Es handelt sich hierbei um menschenverachtendes und erniedrigendes Verhalten, das in einigen Fällen die physische Integrität von Kollegen angetastet haben. Das verweist auf ein  beunruhigendes Verblassen von Normen, für die in unserer Organisation kein Platz ist.

Man dürfe dies aber auch nicht in der Armee verallgemeinern, denn, so Verteidigungsministerin Dedonder, „Die übergroße Mehrheit leistet gute Arbeit und diese verdient mein Vertrauen.“     

Email

Die Staatsanwaltschaft Lüttich ermittelt jetzt gegen insgesamt 14 Soldaten wegen Erniedrigung, entehrende Behandlung und Körperverletzung. Das Verteidigungsministerium wird das gesamte Peloton, in dem sich die Vorfälle abgespielt haben, auflösen – eine drakonische Maßnahme. Zudem läuft beim Militär eine interne Untersuchung.

Der Fall kam ins Rollen, als Bundesverteidigungsministerin Dedonder Ende 2023 von einem Familienmitglied eines der erniedrigten jungen Soldaten eine Email erhielt. Offenbar kursieren bereits seit rund 2 Jahren Gerüchte über diese unmenschlichen Zustände in den Pionier-Bataillon. 

Verteidigungsministerin Dedonder und Armeechef Hofman

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