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Olivier Vandecasteele

Olivier Vandecasteele lanciert das Projekt "Protect Humanitarians"

Olivier Vandecasteele (Foto), der rund 15 Monate lang in einer iranischen Zelle verbrachte, hat eine Initiative zum besseren Schutz von Mitarbeitern von Menschenrechts-Verbänden gegründet. Mit „Protect Humanitarians“ will Vandecasteele nach Lösungen suchen, die allen Mitarbeitern von humanitären Organisationen und Entwicklungshelfern dienlich sein können.  

Andreas Kockartz
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Der Fonds „Protect Humanitarians“ wird aus Spenden finanziert und von der König Baudouin Stiftung unterstützt. Alleine im vergangenen Jahr wurden weltweit mehr als 500 Entwicklungshelfer und andere Mitarbeiter von Hilfsorganisationen oder humanitären Einrichtungen in Ausübung ihrer Arbeit getötet, verletzt oder verschleppt, wie aus Zahlen von Humanitarian Outcomes ersichtlich ist.

„Menschenrechtsaktivisten und Journalisten haben sich zusammengetan, um eine kollektive Verteidigung der Mitglieder ihrer Organisationen aufzunehmen. Der humanitäre Sektor hat einen solchen Schutz nicht. Die humanitären Helfer, vor allem die, die lokal arbeiten, sind oft völlig auf sich alleine gestellt“, so Olivier Vandecasteele.

Vandecasteele will etwas zurückgeben

Weil er in der Zeit, in der er im Iran inhaftiert war, selbst die Unterstützung von Medien und der Öffentlichkeit erfahren habe, wolle er etwas tun, um anderen Betroffenen zu helfen, so Vandecasteele: „Wir wollen eine Plattform, über die wir Angriffe auf humanitäre Mitarbeiter besprechen und eine effektive Herangehensweise ausarbeiten können.

„Protect Humanitarians“ steht gemeinsam mit der König Baudouin Stiftung offen für Spenden von Privatleuten, Organisationen und Unternehmen, die etwas zu medizinischer, psychologischer und juristischer Hilfe für Mitarbeiter humanitärer Organisationen, die Opfer von schweren Vorfällen wurden, beitragen wollen. 

Wer ist Olivier Vandecasteele?

Olivier Vandecasteele, der jahrelang als Entwicklungshelfer in der iranischen Hauptstadt Teheran gearbeitet hatte, saß dort 455 Tage lang im Gefängnis. Der Iran warf im Spionage vor, nutzte ihn aber in Wirklichkeit als eine Art Geisel, um einen in Belgien zu 20 Jahren Haft verurteilten Terroristen freizupressen.

In all dieser Zeit hatte sich unser Land solidarisch mit ihm gezeigt und mit zahllosen Aktionen seine Freilassung gefordert. Letztendlich fand sich ein mehr oder weniger diplomatischer Weg, Vandecasteele gegen den verurteilten Iraner auszutauschen. Im Mai 2023 einem kam er nach Belgien zurück.

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