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Pano: Drohnenbild der Schleusenanlage in Geraardsbergen

Das Überschwemmungsproblem in Flandern bleibt unterschätzt, wie das Beispiel der Dender zeigt

Nach den Überschwemmungen und dem Hochwasser nach anhaltendem Starkregen im Sommer 2021, was auch in Flandern für Probleme gesorgt hatte, wird zu wenig unternommen, um dies einzudämmen. Dies zeigte eine Reportage der VRT-Magazinreihe „Pano“ am Beispiel der Dender. Hier wird sogar in designierten Flutgebieten gebaut… 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Am Fluss Dender zeigt sich, dass dieses Problem im belgischen Bundesland Flandern kaum beachtet wird. Nicht nur, dass in einigen Gemeinden, die an den Ufern der Dender liegen, weiter in möglichen Überschwemmungsgebieten gebaut wird. Inzwischen ist auch das Stausystem des Flusses völlig veraltet. Schleusenwärter ziehen vor Gericht, weil das Arbeiten dort inzwischen sogar gefährlich wird.

Mehrere Gemeinden an der Dender erteilen noch immer Baugenehmigungen für Wohngebiete oder Privathäuser auch in Gebieten, die entweder hochwassergefährdet sind oder die als Auen bestimmt werden sollen. Doch die Politik scheint hier blind und taub zu sein.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Die Dender in Ostflandern

Einflussnahme?

„Pano“ fand heraus, dass ein Abgeordneter des flämischen Landesparlaments sogar versucht hat, ein Wohnbauprojekt in Dendermonde durch Einflussnahme durchzubekommen. Dem Politiker gehört das Projektunternehmen… Die flämische Umweltgesellschaft VMM hatte geurteilt, dass dem Projekt mit 20 Häusern keine Genehmigung erteilt werden soll, doch der Politiker versuchte einen Beamten des flämischen Umweltministeriums umzustimmen.

Dieser Vorgang scheint symptomatisch zu sein, denn immer wieder werden Bau- und Umweltgenehmigungen auf kommunaler Ebene in Auen- oder Überflutungsgebieten in Flandern erteilt – nicht nur an der Dender in Ostflandern.

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Am Ufer der Dender

Sicherheitsprobleme an den Schleusen und Staustufen?

Ein weiteres Problem, das allerdings spezifisch für die Dender ist, ist der Umgang mit der Sicherheit an den dortigen Schleusen und Staustufen. Diese sollen für einen reibungslosen Ablauf des Wassers der Dender sorgen, doch die Anlagen sind völlig veraltet und oft durch Schäden und Verschleiß außer Betrieb. Und inzwischen erweist sich die Arbeit der Schleusenwärter als recht gefährlich.

5 Schleusenwärter an der Dender weigern sich inzwischen, noch länger ihrer Arbeit nachzugehen, weil sie sich nicht mehr sicher fühlen: „Wir arbeiten hier wie im Jahr 1800.“ Sie haben die flämische Landesbehörde für Wasserwege (Vlaamse Waterweg) gemeinsam verklagt.

Komplett verschlissen

Die schlechte Unterhaltung und Wartung der Schleusen ist seit Jahren ein Dauerproblem. Einige der Staustufen müssen noch immer mühsam bei Wind und Wetter manuell gehoben oder gesenkt werden, was nur noch aus nostalgischer Sichtweise eine schöne Sache ist. Vor kurzem brach an der Staustufe in Geraardsbergen in Ostflandern eine Kette durch Verschleiß. Dabei löste sich ein schwerer Holzbalken, der fast einen der Mitarbeiter getroffen hatte. Dies war der Auslöser für die harsche Reaktion der Schleusenwärter, die wegen diesem und anderen Problemen vor Gericht gegen ihren Arbeitgeber zogen.

Nicht zuletzt können schlecht funktionierende Staustufen oder Schleusen selbst spontan Überschwemmungen auslösen. Dies war im Sommer 2021 der Fall in der Ortschaft Denderbelle, wo eine Schleuse blockierte und sich das Wasser in der Ortschaft ausbreiten konnte…

Handbetrieb "wie 1800"
Uralte Schleusen an der Dender

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