Zahnärzte in Belgien sind nicht dazu verpflichtet, sich an das neue Gebührenabkommen zu halten, dass mit den Gesundheitsministerium und mit den Krankenkassen vereinbart wurde. Noch nicht einmal 6 von 10 Zahnärzten in unserem Land haben diesem Abkommen zugestimmt.
Zu wenig Zahnärzte stehen hinter dem neuen belgischen Tarif- und Gebührenabkommen
Das bedeutet, dass kein Zahnarzt sich in Belgien an dieses Tarif- und Gebührenabkommen für die Patienten halten muss. Das gilt auch für die Zahnärzte, die sich dieser Konvention wohl angeschlossen haben.
Die Zahnarztverbände, das Bundesgesundheitsministerium und die Krankenkassen in Belgien hatten diese Konvention, die bestimmt, was die Zahnärzte bei ihren Behandlungen den Patienten berechnen können, vereinbart, doch bei weitem nicht alle Betroffenen haben diesem Abkommen zugestimmt.
Mit ausgehandelt aber nicht beigetreten
Paradox ist, dass sich sogar Frank Herrebout, der Vorsitzende des flämischen Berufsverbandes der Zahnärzte, der die Konvention mit aushandelte, selbst nicht beigetreten ist: „Ich musste für meine eigene Situation feststellen, dass die Honorare nicht ausreichend, um mit meiner Praxis wirtschaftlich rentabel zu sein.“
Das hat auch damit zu tun, dass die Lohnkosten für Zahnarztassistenten, die Energiekosten, die Materialkosten und die Digitalisierung sehr hoch liegen, so Herrebout. Er geht aber nicht davon aus, dass jetzt jeder zahnärztliche Eingriff teurer werden wird; wie er gegenüber VRT NWS andeutete: „Es kann durchaus sein, dass sich 70 bis 80 % meiner Kollegen an die Tarife halten werden.“
Besorgte Krankenkassen
Luc Van Gorp von der Christlichen Krankenkasse (CM) sagt dazu gegenüber VRT NWS, dass das Abkommen ein gutes Ergebnis für die Zahnärzte und für deren Patienten sei. Die Konvention enthalte Kompensationen für gestiegene Unkosten. Van Gorp findet es im Hinblick auf die Patienten schade, dass es jetzt weiter zu Unsicherheiten bezüglich der Tarife kommt.
„Die Patienten wissen nicht genau, was jetzt auf sie zukommt und was ihnen jetzt berechnet wird. Das ist ein schlechtes Signal für den Zugang zu gesundheitlichen Dienstleistungen für die Belgier“, so der CM-Vorsitzende, der davon ausgeht, dass sich jene Zahnärzte, die sich hinter die Tarifkonvention stellen, an die neuen vereinbarten Tarife halten werden.
