Zum Hauptinhalt springen
Die Deutschlandkarte aus dem Atlas von Königin Elisabeth
Royalty

Versteigerung: Atlas mit persönlichen Notizen von Königin Elisabeth bleibt in Belgien

Die Königliche Bibliothek von Belgien (KBR) hat einen historisch wertvollen Atlas mit persönlichen Notizen von Königin Elisabeth ersteigern können. In einem Auktionshaus in Brügge fiel der Hammer am Wochenende bei 1.700 €. Der Atlas selbst hat wohl kaum Wert, doch die Handschrift der Gattin von König Albert I. macht das Nachschlagwerk zu etwas besonderem. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Königin Elisabeth, die Witwe von König Albert I., blieb 1944 auf Schloss Laken, dem Wohnsitz der belgischen Königsfamilie, während ihr Sohn, König Leopold III. mit seiner Familie von den Nazis in Hirschstein in Deutschland festgehalten wurde.

In dem hier besprochenen Atlas deutete die Monarchin monatelang mit roten Pfeilen an, wie sich zwischen der Landung der Alliierten in der Normandie, dem Vorrücken der Russen im Osten und dem Kriegsende und der Befreiung im Zeitraum 1944 und 1945 die Fronten bewegten.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto des Atlas weiter)

Der Atlas gehört jetzt zum Archiv der Königlichen Bibliothek von Belgien

Die Königin wartete damals ab, wer ihren Sohn und ihre Enkelkinder (die späteren Könige Baudouin und Albert II. sowie Prinzessin Josephine-Charlotte und Prinz Alexander) befreien würde.

Letztendlich waren die Russen zuerst in Hirschstein, wodurch die Mitglieder des belgischen Königshauses zunächst noch nach Österreich deportiert wurden. Letztendlich wurden die dort von amerikanischen Soldaten aus den Händen der Nationalsozialisten befreit.

Inzwischen wurde Prinz Karel, König Leopolds jüngerer Bruder, mehr oder weniger gegen seinen Willen dazu verpflichtet, die Regentschaft zu übernehmen. Eigentlich rettete er so die belgische Monarchie.   

(Lesen Sie bitte unter  der Illustration weiter)

Die roten Pfeilchen von Königin Elisabeth

Der Atlas stammt aus der privaten Bibliothek von Prinzessin Lilian, kam aber vor rund 20 Jahren auf den Antiquariatsmarkt. Lilian Baels war die zweite Ehefrau von König Leopold III. und lebte auf Schloss Argenteuil. Sie starb 2002 und ihr Hab und Gut wurde danach versteigert, u.a. beim Auktionshaus Sotheby’s.

Ihr Schmuck, ihre Juwelen und andere wertvolle Besitzstücke gingen damals verloren und blieben nicht als historische Erbstücke im Besitz der belgischen Royals.

Nicht in königlichemPrivatbesitz

Mit dem Erwerb des Atlas durch die Königliche Bibliothek bleibt dieses historisch einmalige Buch zumindest im eigenen Land. Er kommt allerdings auch nicht in den Privatbesitz von König Philippe, auch wenn dieser sein Tochter, Kronprinzessin Elisabeth, nach deren Urgroßmutter benannte.

Das Auktionshaus Van de Wiele hatte den Atlas auf einen Wert zwischen 1.200 und 1.600 € geschätzt. Er ging dann für 1.700 € an die Königliche Bibliothek, die in Brüssel am Kunstberg ihren Sitz hat. Viele Interessentenn waren allerdings nicht zu dieser Versteigerung erschienen, wie aus dem Auktionshaus in Brügge zu vernehmen war…  

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5