Zum Hauptinhalt springen
Inland
Wirtschaft

Van Hool: Die belgische Regierung wird kein Geld in das Unternehmen stecken

Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) sagt, dass er und seine Regierung alles tun, um den Mitarbeitern des angeschlagenen Busbauers Van Hool zu helfen. Doch er sagt auch, dass die Bundesregierung keine finanzielle Hilfe leisten könne, um das Unternehmen zu retten. Der Verband der belgischen rund 300 hiesigen Busunternehmer sagt, dass ein Ende von Van Hool ein großer Verlust für Belgien wäre.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Van Hool in Koningshooikt bei Lier in der Provinz Antwerpen ist bis heute einer der wichtigsten Lieferanten für den belgischen Autobussektor und dies bei weitem nicht nur für den Nahverkehr. Zahlreiche Reisebusunternehmen fahren mit Van Hool-Bussen und es gibt Firmen dieser Art, die gar keine Fahrzeuge von anderen Marken haben oder wollen…

Da bei Van Hool kollektive Entlassungen angekündigt wurden, greift hier das sogenannte Renault-Gesetz. Dieses gesetzliche Verfahren muss angewendet werden, um zu versuchen, so viele Entlassungen wie möglich zu vermeiden und um sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Arbeitnehmer zu finden. Premier De Croo unterstrich, dass man genau prüfen werde, ob das Renault-Verfahren korrekt angewendet wird. 

Das Renault-Gesetz

Das Gesetz beschreibt die Etappen der Konsultierungsprozedur genau, die der Arbeitgeber bei kollektiven Entlassungen einhalten muss. Das Gesetz ist eine Folge der dramatischen Schließung des Renault-Werks in Vilvoorde bei Brüssel im Februar 1997, bei der über 3.000 Beschäftigte von einem Tag auf den anderen ihre Jobs verloren. 

Neue Jobs für die Entlassenen?

Wenn Van Hool tatsächlich nicht gerettet werden kann - bis Ende des Monats müssen 45 Mio. € gefunden werden und ob die flämische Landesregierung einspringt, ist keine ausgemachte Sache - bzw. wenn wesentliche Teile der Produktion nach Nord-Mazedonien ausgelagert werden, gehen bis zu 1.100 Jobs verloren. Doch Fachleute und Beobachter gehen davon aus, dass diese nicht lange nach neuen Aufgaben suchen müssen.

Paul De Grauwe, Volkswirt und Professor u.a. an der London School of Economics, schreibt in einem Kommentar zu Van Hool in der flämischen Tageszeitung De Morgen, dass die Mitarbeiter des Busbauers allesamt gut ausgebildete Leute seien, die mit Umschulungen in vielen flämischen Industrieunternehmen neue Stellen finden können. Bekanntlich herrscht ja auch hierzulande akuter Facharbeitermangel - auch in der Automobilindustrie. 

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5