Erneut musste am Dienstagvormittag deutlich eingeschränktem Angebot bei der Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB gerechnet werden. An diesem Dienstag wurden einige Bus-, Metro- und Straßenbahnlinien zeitweise nicht oder nur eingeschränkt bedient. Dies war eine Folge der Protestaktionen der sozialistischen Gewerkschaft gegen die Sparpolitik der Europäischen Union.
Nahverkehrsprobleme in Brüssel durch Protestaktion der sozialistischen Gewerkschaft gegen die EU-Sparpolitik
Durch diese Aktion fuhren an diesem Dienstag (12. März) am Vormittag nur die Metros auf den Linien 1 und 5. Auf dem Straßenbahnnetz sind nur die Linien 3, 4, 7 (nur zwischen Vanderkindere und Dockx Bruxsel), 8, 9, 18, 51 und 92 unterwegs.
Bei den Bussen fuhren lediglich die Linien 12, 36, 46, 50, 53, 56, 59, 60, 65, 71, 87 (nur zwischen Beekkant und Elbers bzw. zwischen Hunderenveld und Zwarte Vijvers), 88, 95 sowie der T-Bus 3, der ab Esplanade bis Heizel verlängert wurde. Doch auch auf den Linien, die bedient wurden, musste mit eingeschränkter Frequenz gerechnet werden, so die MIVB .
Die sozialistische Gewerkschaft ABVV protestierte an diesen Dienstag im EU-Viertel in Brüssel gegen „die blinde europäische Einsparungspolitik“. Zwischen 1.500 und 2.000 Militante wurden ab 11 Uhr am Schuman-Platz erwartet. Nach Schätzungen von Polizei und Veranstaltern nahmen rund 2.000 Personen an der Kundgebung teil.
Wogegen protestierte die sozialistische Gewerkschaft?
Die europäischen Haushaltsregeln, die auch für Belgien gelten, sehen vor, dass in unserem Land in den kommenden 7 Jahren 27 Mia. € eingespart werden sollen. Die sozialistische Gewerkschaft will dagegen weiter protestieren und demonstrieren. Belgien führe gerade den EU-Vorsitz und müsse etwas gegen diesen Sparzwang unternehmen, so ABVV-Sprecherin Miranda Ulens.
Doch das ist das Problem: Belgien muss sich an die europäischen Regeln halten, denn es ist der eigene Haushalt, der in Schieflage geraten ist. Deshalb will Bundesfinanzminister Vincent Van Petegem (CD&V) auch nichts dagegen unternehmen. Normalerweise stimmt das EU-Parlament im April definitiv über die neuen Haushaltsregeln ab und es ist vorauszusehen, dass sie dort angenommen werden.
