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Flanderns Umweltministerin geht gegen Eternit vor: "Vergleich von 2014 unzureichend"

Flanderns Umweltministerin Zuhal Demir (N-NA) geht juristisch gegen den früheren Asbest-Hersteller Eternit vor, der jahrzehntelang ein Werk in Kapelle-op-den-Bos (Prov. Antwerpen) betrieben hat. Ihrer Ansicht nach ist das Abkommen, dass die vorherige Landesregierung 2014 mit Eternit vereinbarte, um den Asbestabfall in unserem Land zu vernichten, unzureichend ist und fordert gerichtlich neue Verhandlungen. 

Andreas Kockartz
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„Die Kosten sind viel höher als die Vergleichssumme“, so Demir. 2014 kaufte sich Eternit mit 4,8 Mio. € aus einem juristischen Verfahren heraus. Diesen Deal hatten die flämische Abfallgesellschaft OVAM und die damalige flämische Umweltministerin Joke Schauvlieghe (CD&V) mit Eternit vereinbart. Eternit war nach Einschätzung der OVAM für 65 % des Asbestzements in Flandern verantwortlich.

Die 4,9 Mio. €, die Eternit damals zahlte, reichen bei weitem nicht aus, um die Beseitigung dieses Baustoffs zu finanzieren. Schon 2018 hieß es dazu, dass die Landesregierung dafür bereits rund 169 Mio. € habe freimachen müssen. Demir ist heute der Ansicht, dass es unmöglich sei, all diese Kosten auf den Steuerzahler abzuwälzen: „Es ist an der Zeit, dass das Unternehmen die Verantwortung für seine historische Verschmutzung und die Folgen davon übernimmt.“

Bei Eternit zeigte man sich in einer ersten Reaktion überrascht, sucht aber das Gespräch mit der flämischen Landesregierung. Doch Demit bleibt unerbittlich: „Jährlich müssen 300 Familien von einem ihrer Liebsten Abschied nehmen, die an den direkten Folgen von Asbest von uns gehen. Das ist fast ein Sterbefall pro Tag.“ 

Rückblick

Eternit produzierte in Kapelle-op-den-Bos jahrzehntelang Asbestzement, ein Baustoff, der in vielen Bereichen und Baumaterialien vorkam und noch vorkommt. Früher war Asbest beliebt, denn es war billig, brandsicher und stabil.

Doch von den Asbestfasern, die extrem gesundheitsschädlich sind, wenn sie freikommen (und die Lungenkrankheiten und Krebs verursachen), wusste das Unternehmen seit Jahrzehnten.

Noch im vergangenen Dezember stellte ein Urteilt eines Gerichts in Brüssel fest, dass Eternit in Kapelle-op-den-Bos bewusst Arbeitnehmer und Anwohner diesen Gefahren aussetzte. Seit 1998 ist es in Belgien verboten, Asbest zu produzieren, zu nutzen oder wiederzuverwenden.  

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