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Organisationen gegen Armut fordern Politik auf, Sozialtarif zu verlängern und Wachstumspaket anzupassen

"Die Regierung, die nach den Wahlen am 6. Juni im Amt sein wird, muss mehr Anstrengungen unternehmen, um die Armut in Flandern zu verringern": Das fordert die Plattform Decenniumdoelen nach der Veröffentlichung des jährlichen Armutsbarometers. Die Plattform der Organisationen zur Armutsbekämpfung empfiehlt unter anderem die Ausweitung des Sozialtarifs für Energie und die Anpassung des Wachstumspakets.

Martina Luxen Belga
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In Flandern leben etwa 520 000 Menschen mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze. Eine weitere halbe Million Menschen ist akut armutsgefährdet. Das geht aus dem jährlichen Armutsbarometer hervor, das von Decenniumdoelen, einer Plattform von Organisationen zur Bekämpfung der Armut in Flandern und Brüssel, erstellt wird.

"Konkret lebt eine Person in Armut, wenn ihr nur 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens in Belgien zur Verfügung stehen. Das sind 1.450 Euro für eine alleinstehende Person oder 3.045 Euro für eine Familie mit zwei Kindern", erklärte Anne Van Lancker, die Vorsitzende der Organisation.

Die Armutsquote in Flandern hat in den letzten Jahren stagniert. Wenn man sie mit dem Jahr 2019 (vor Corona) vergleicht, stellen die Experten einen Rückgang fest. Für Belgien handelt es sich sogar um die niedrigste Armutsquote seit 20 Jahren.

Dennoch sind weitere Anstrengungen nötig, meint Anne Van Lancker: "Wir sind noch nicht so weit. Eine Million Menschen in Flandern, die arm sind oder am Rande der Armut stehen, ist zu viel." 

Bessere Kinderbetreuung und mehr Sozialwohnungen

Die flämische Regierung hat nicht genug getan, um das Armutsrisiko weiter zu senken, meint Anne Van Lancker. "Die sozialen Dienstleistungen haben sich nicht wirklich verbessert, im Gegenteil. Menschen mit niedrigem Einkommen sind die ersten Opfer, da sie am meisten darauf angewiesen sind. 

Sie weist auf die Schwierigkeiten hin, die bei der Kinderbetreuung und beim sozialen Wohnungsbau auftreten. "Die Schwelle wird für gefährdete Personen einfach durch strengere Bedingungen angehoben. Bei der Kinderbetreuung werden Personen, die arbeiten oder sich in der Ausbildung befinden, bevorzugt.” 

Auch bei Sozialwohnungen werden ab dem nächsten Jahr Personen, die arbeiten, bevorzugt behandelt. Rund 176 000 Flamen stehen derzeit auf der Warteliste für die Anmietung einer Sozialwohnung.

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