Der Preisunterschied zwischen Lebensmitteln auf pflanzlicher oder tierischer Basis schrumpft zusehends. Vegetarische Lebensmittel sind nicht mehr so teuer sein wie noch vor ein paar Jahren. Dennoch scheint der Preis für viele immer noch ein ‘Kopfhindernis’ zu sein, gelegentlich vegetarisch oder vegan zu essen. Im März möchte die Veggie Challenge alle Belgier dazu auffordern, weniger Fleisch zu essen.
Lebensmittel aus Pflanzen jetzt billiger: Preis kein Hindernis mehr, um vegan oder vegetarisch zu essen
Die Preisuntersuchung aus dem Jahre 2022, auf die sich die internationale ProVeg-Organisation beruft, ergab, dass ein Drittel der pflanzlichen Lebensmittel in der gleichen Preisklasse wie Lebensmittel tierischen Ursprungs liegt. Etliche pflanzliche Produkte sind sogar billiger.
ProVeg hat eine Stichprobe mit den sieben gängigsten Lebensmitteln (Hackfleisch, Fischstäbchen, Milch oder Getränke auf pflanzlicher Basis ...) durchgeführt. In den meisten Supermärkten ist ein Einkaufskorb mit veganen Produkten billiger als einer mit den tierischen Varianten.
Verschiedene pflanzliche Lebensmittel sind fast immer billiger
Tatsächlich gibt es einige Pflanzenlebensmittel, die fast immer billiger sind: eine vegane Alternative aus Soja ist meistens preiswerter als Kuhmilch. Auch Fleisch ist oft teurer als zum Beispiel Veggie-Burger oder -Hackfleisch.
Auch die Professorin für Marketing an der KU Leuven, Els Breugelmans, hat festgestellt, dass der Preisunterschied zwischen Fleisch und vegetarischen oder veganen Produkten immer weiter sinkt: "Tatsächlich sind pflanzliche Produkte heute oft billiger".
Einerseits braucht man für die Produktion von Fleisch viele Rohstoffe, zum Beispiel Getreide, um die Tiere zu füttern. Wenn also der Getreidepreis steigt, steigt auch der Fleischpreis. Pflanzliche Alternativen benötigen weniger Rohstoffe und sind daher weniger von diesen Preisschwankungen abhängig.
Andererseits ist mit Fleisch weniger Profit zu machen, da es sich um ein Produkt handelt, dessen Preise die Verbraucher genau im Auge behalten. Wenn die Preise steigen, haben die Supermärkte wenig Spielraum. Sie machen also weniger Gewinn mit Fleisch. Pflanzliche Erzeugnisse haben eine höhere Gewinnspanne.
Pflanzliche Lebensmittel werden immer beliebter
"Die Gruppe der Verbraucher, die sich für pflanzliche Produkte interessiert, wird immer größer. Als Supermarkt ist es gut, wenn man sich entsprechend profiliert", erklärt Els Breugelmans: "Indem man den Preis für pflanzliche Produkte niedrig hält, zieht man eine neue Kundschaft an".
Außerdem gibt es immer mehr Erzeuger, die pflanzliche Produkte anbieten. Der Absatzmarkt wird größer, die Produktion effizienter, sodass der Preis schneller sinkt.
Wer sich vegetarisch ernährt, ist kein Spinner mehr."
Els Breugelmans, Professorin für Marketing, KUL
"Die Veggie Challenge allein wird den Preis für pflanzliche Lebensmittel nicht senken, aber solche Initiativen sorgen dafür, dass pflanzliche Lebensmittel in unserem Leben präsenter werden", sagt Els Breugelmans: "Verzicht auf Fleisch wird normaler. Wer sich vegetarisch ernährt ist kein Spinner mehr."
Was unterscheidet Vegetarier und Veganer?
Vegetarier und Veganer essen keine Tiere, also kein Geflügel, Fleisch oder Fisch. Lebensmittel mit verborgenen Fleischzutaten wie Süßigkeiten mit Gelatine gehören ebenfalls nicht in eine vegetarische Ernährung, da sie Tierknochen enthalten.
Menschen, die sich vegan, also rein pflanzlich ernähren, meiden nicht nur Fleisch, Geflügel oder Fisch, sondern alle tierischen Produkte. Also auch Eier, Butter oder Milch sowie alle Produkte, die mit diesen Zutaten hergestellt werden.
