Im vergangenen Jahr wurden in Belgien von verschiedensten Unternehmen etwa 7.300 Stellenstreichungen angekündigt. Das waren doppelt so viele Entlassungen, wie im Jahr davor. Dies meldet die flämische Tageszeitung De Standaard auf Basis von Zahlen des Bundesarbeitsministeriums. Doch auch die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland hat Auswirkungen auf die hiesige Beschäftigung.
2023 kündigten Unternehmen in Belgien rund 7.300 Entlassungen an
Die meisten dieser sogenannten kollektiven Kündigungen gab es in der hiesigen Industrie. Die bekanntesten Fälle waren die Entlassungsrunden beim Papierhersteller Sappi in der Provinz Limburg und bei den Teppichwebereien Balta und Mc Three Carpets.
Wirtschaftsfachleute und Ökonomen führen diese Entwicklung auf die Probleme der belgischen Volkswirtschaft gegenüber der ausländischen Konkurrenz zurück.
Gründe hierfür seien die relativ hohen Energiepreise bei uns und vor allem die automatische Lohn- und Gehaltsindexierung, über die die Einkommen an die Inflation angeglichen werden.
In den vergangenen Jahren und Monaten sind gleich mehrere solche Indexierungen in kurzer Folge erfolgt, die die belgische Wirtschaft nur schwerlich verdauen kann.
Weitere Ursachen
Aber auch das sinkende Wirtschaftswachstum in Deutschland lässt sich in Belgien spüren. Die hiesige Industrie ist zu weiten Teilen auf Zulieferung für das Nachbarland spezialisiert.
Nicht zuletzt spielt auch ein verändertes Konsumverhalten der Verbraucher in Belgien eine Rolle im Rückgang von Industrie und Wirtschaft bzw. bei den steigenden Entlassungen im vergangenen Jahr.
Während Corona haben sich viele Menschen auf den Online-Handel eingelassen und kauften sogar Einrichtungsgegenstände und Möbel im Internet, aber auch Elektronik und sogar Fahrräder. Aus diesem Grunde müssen die Unternehmen bzw. der Großhandel erst volle Lager abverkaufen, bevor wieder neu produziert werden kann.
