Die belgische Güterbahn Lineas mag flexibel sein und in Europa ein dichtes Netz mit vielen Zügen betreiben. Doch dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es der Bahntochter nicht besonders gut geht. Bis März 2024 braucht Lineas eine Kamptalerhöhung von 80 Mio. €, sonst droht ein Konkurs.
Droht ein Konkurs für Belgiens Güterbahn? Lineas braucht dringend Investoren
Lineas-CEO Bernard Gustin leitet die Geschicke beim Güterzugdienstleister der belgischen Bahn seit 2022 und versucht seit dem, das Ruder herumzuwerfen. Bei einem Umsatz von 500 Mio. € jährlich wurde zuletzt ein Verlust von rund 80 Mio. € eingefahren.
Inzwischen läuft es besser und die Verluste beliefen sich 2023 auf „nur noch“ 40 Mio. €.
Im Mai 2023 ließen der französische Investmentfonds Argos Wityu (65 %) und die staatliche Investitionsgesellschaft FPIM/SFPM (35 %) noch 20 Mio. € in die Güterbahn fließen.
Seit Oktober 2023 verhandelt Lineas mit etwa 15 potentiellen und vornehmlich belgischen Investoren, um weitere 80 Mio. € zu finden. Inzwischen verdeutlicht sich offenbar auch, dass die belgische Bundesregierung Mittel für die Güterbahn freimacht.
Eines der größten Güterbahnunternehmen Europas
Lineas ist das größte private Güterschienenverkehrsunternehmen Europas (seit 2015 von der NMBS/SNCB bzw. von der früheren B-Cargo privatisiert) und beschäftigt rund 1.700 Mitarbeiter. Lineas steht in Deutschland auf Rang 7 der privaten Güterbahnen, in Frankreich auf Platz 5 und ist in den Niederlanden Marktführer.
Würde Lineas pleitegehen, würde der schienengebundene Güterverkehr in Belgien zusammenbrechen und die Seehäfen Antwerpen, Zeebrügge und Gent in extreme Schwierigkeiten bringen.

