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Inland
Justiz

Wurde versucht, einen belgischen Kripobeamten zu vergiften?

Die Staatsanwaltschaft Brüssel hat Ermittlungen zu einem möglichen Mordversuch an einem Hauptinspektor der Bundeskriminalpolizei eröffnet. Dies melden die Zeitungen des Mediahuis-Verlags und die Staatsanwaltschaft bestätigte dies gegenüber VRT NWS. Der Vorgang begann mit einer Klage gegen zwei Polizisten, die in einem Café in Brüssel für Randale gesorgt haben sollen.

Andreas Kockartz Belga
Veröffentlicht:

Ende Januar gerieten der betroffene Kripobeamte und zwei seiner Kollegen in Schwierigkeiten, weil sie in einer Brüsseler Kneipe für Randale gesorgt hatten. In diesem Zusammenhang liefen interne Ermittlungen gegen die Polizisten bei der Brüsseler Bundespolizei und bei der Staatsanwaltschaft.

Doch jetzt nimmt die Sache eine Wendung. Es steht der Verdacht im Raum, dass jemand den Polizisten etwas in ihre Getränke gegeben hat und dass es sich dabei um Mordversuch durch Vergiftung handeln könnte.

Der hier auch genannte Hauptinspektor der Bundeskriminalpolizei gehört zu den Beamten, die im Fall Katar-Gate ermitteln, dem Bestechungsskandal im Europaparlament. Bei ihm wurden nach einer Blutabnahme nach der Randale in der Brüsseler Kneipe eine besonders hohe Dosis Amphetamine im Blut entdeckt.

Der Beamte war außer sich

Der Inspektor soll in dem Café (die Bar des Amis in der Sint-Katelijnestraat in Brüssel) einen Kellner geschlagen haben und er sei richtig brutal gewesen, wie Zeugen aussagten. Der Polizist soll zudem Beamte der lokalen Polizei beleidigt haben, als diese zum Ort des Geschehens gerufen wurde. Diese legten dem Kollegen Handschellen an und er wurde mit einer Beruhigungsspritze versehen, in eine Zelle gebracht, wo er die ganze Nacht lang gegen die Zimmertüre gedonnert haben soll - vor lauter Schmerzen.

Am Morgen danach wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er einer Urin- und Blutprobe unterzogen wurde und wo bei ihm ein Blasenriss diagnostiziert wurde. Daraus wurde deutlich, dass der Mann auch 12 Stunden nach dem Vorfall noch eine enorme Dosis an Amphetaminen im Blut hatte. Bei den beiden anderen Polizisten wurde ebenfalls Amphetamin in Blut nachgewiesen, wenn auch in geringerem Maße und auch sie hatten ähnliche Symptome, wie ihr Vorgesetzter.

Polizisten mit gutem Ruf

Die drei Kripobeamten genießen eigentlich einen guten Ruf und haben sich bisher nachweislich nie etwas zuschulden kommen lassen und sie gelten als gute Polizisten. Auch daraus schließen die Ermittler, dass man ihnen etwas ins Getränk gegeben haben könnte.

Vergiftung mit Amphetaminen soll „eine gebräuchliche Technik bei einem bekannten Geheimdienst“ sein, um „Gegner zu kompromittieren“ heißt es dazu. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen Mordversuch auf den Weg gebracht, gibt allerdings derzeit keinen Kommentar und keine zusätzlichen Informationen zu möglichen Zusammenhängen. 

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