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Inland
Politik

Wahlen ’24: Migration und Kaufkraft sind die Themen, die die Flamen 100 Tage vor den Wahlen an meisten beschäftigen

Die Einwanderung ist für die Wähler im belgischen Bundesland Flandern 100 Tage vor den Parlaments-, Regional- und Europawahlen das wichtigste Thema. Doch auch die Kaufkraft beschäftigt viele Bürger hier, wie aus „Die Abstimmung“, eine Untersuchung in Auftrag von VRT NWS und der Tageszeitung De Standaard ersichtlich ist. Neben diesen beiden Themen machen sich die Menschen im Land aber auch Sorgen über die Inflation und über die Politik. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Der 1. März ist der Stichtag, denn dann dauert es noch exakt 100 Tage, bis in Belgien am 9. Juni 2024 die Parlaments-, Regional- und Europawahlen abgehalten werden. Viele Wählerinnen und Wähler werden ihre Wahl wohl größtenteils von den Themen abhängig machen, die sie beschäftigen oder betreffen.

Dabei fällt auf, dass die wichtigsten Punkte aus vergangenen ähnlichen Umfragen, die unabhängig von durchgeführt wurden, in den Hintergrund rücken: Pflege und Gesundheit (während Corona), Energie (während der Energiekrise durch den Ukraine-Krieg) und internationale Sicherheit (durch den Ukraine-Krieg).

Einwanderung und Kaufkraft

Aktuell ist die Einwanderung für die Flamen das wichtigste Thema. In „Die Abstimmung“ wurden 10 Themenbereiche vorgestellt und die Befragten sollten die Themen nach vorne schieben, die für die das größte Problem im Land und in der Gesellschaft dastehen. Einwanderung und Wirtschaft waren dabei die wichtigsten Themen für das flämische Wahlvolk.

  • Einwanderung: 22 %

  • Wirtschaft (und damit auch Kaufkraft): 20 %

  • Politische Vertretung: 14 %

  • Gesellschaftliche Entwicklung: 7 %

  • Armut: 5 %

  • Kriminalität und Justiz: 5 %

  • Haushalt und Staatsschuld: 5 %

  • Allgemeine Politik und Behörden: 4 %

  • Staatsstruktur: 4 %

  • Steuern: 4 %

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Wichtiges Thema in Flandern: Die Kaufkraft

Was beschäftigt die Menschen im Land?

Die Einwanderung war auch schon bei den letzten Wahlen 2019 das wichtigste Thema in Flandern und bleibt dies wohl auch dieses Mal. 22 % der flämischen Wähler nennen diesen Bereich das wichtigste Thema. Aber, die Migration ist seit vielen Jahren bereits in solchen und ähnlichen Umfragen in Flandern unter den 5 wichtigsten Themen.

Dass Wirtschaft und Kaufkraft die Menschen beschäftigt, liegt auf der Hand. Viele Menschen machen sich Sorgen darüber, dass alles teurer wird, auch wenn die Inflation wieder nach einigen Höhepunkten in der jüngeren Vergangenheit wieder etwas gesunken ist: Im Befragungszeitraum (Januar) lag sie bei 1,75 % und aktuell liegt sie bei 3,2 %. Vor einem Jahr aber lag sie noch bei 8 %. Viele Wählerinnen und Wähler sind zudem der Ansicht, dass es der Wirtschaft in Belgien bzw. in Flandern heute schlechter geht.

14 % der Wahlberechtigten fühlen sich von der Politik und den Parteien nicht vertreten und haben nur wenig Vertrauen in sie und ihre Einrichtungen. Daran hat sich seit den letzten Wahlen kaum etwas geändert. Politiker, Parteien, die Regierungen und die Parlamente – alles bekommt von den Flamen ein „Ungenügend“. Übrigens: Würde die Wahlpflicht in Belgien abgeschafft, würde jeder 5. Flame nicht mehr wählen gehen…

Gesellschaftliche Entwicklungen, auf sozialer und kultureller Ebene – damit sind z.B. Rassismus, Polarisierung, Extremismus oder auch Intoleranz gemeint – beschäftigen die Menschen in Flandern zwar, doch nicht so sehr. Das ist auch der Fall bei Kriminalität und Justiz, bei Armut oder bei Haushalt und Staatsschuld. Und nur 1 % der wahlberechtigten Flamen gibt an, dass ihn internationale Themen, wie die kriegerischen Konflikte in der Ukraine und in Gaza bei den anstehenden Wahlen beeinflussen würden. 

Methode

„Die Abstimmung“ resultiert aus einer Online-Befragung unter 2.029 wahlberechtigten Einwohnern der Flämischen Region. Sie fand zwischen dem 8. und dem 22. Januar 2024 statt. Die Befragung wurde von der Universität Antwerpen (UAntwerpen) im Auftrag von VRT NWS, der Nachrichtenredaktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von Flandern VRT, und der flämischen Tageszeitung De Standaard durchgeführt. Nach und nach werden die einzelnen Bereiche von „Die Abstimmung“ (in Niederländisch „De Stemming“) hier veröffentlicht. 

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