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Noch nie so viele Schulabbrecher: jeder siebte Schüler verlässt die Sekundarschule ohne Abschluss

In den letzten zehn Jahren war die Schulabbrecherquote in Flandern noch nie so hoch wie im vergangenen Jahr: 1 von 7 Schülern verlässt die Sekundarschule ohne Abschluss. Dies geht aus den neuesten Zahlen des flämischen Bildungsministeriums hervor. In den Städten verlässt sogar jeder fünfte Jugendliche die Schule vorzeitig.

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Dabei handelt es sich häufig um Schüler in der Berufsausbildung oder um Schüler, die sitzen geblieben sind. Auch die Herkunftssprache und der Schulabschluss der Mutter spielen eine Rolle: Jugendliche, die zu Hause kein Niederländisch sprechen oder deren Mutter keine Schulbildung genossen hat, verlassen die Schule eher ohne Abschluss.

Bei der Teilzeitberufsausbildung (Lehre) ist die Zahl übrigens noch viel höher: Fast 60 % der Schüler verlassen die Schule vorzeitig.

Falsche Studienrichtung

Besorgniserregende Zahlen, aber nicht völlig unerwartet, findet Guy Duchene, Koordinator für Teilzeitausbildung und duales Lernen (eine Kombination von Lehre und Schulausbildung) an der Spektrum-Schule in Antwerpen. "Die Zahlen sind schon seit langem sehr hoch, und die Dringlichkeit war noch nie so groß. Dies wurde nach der Abschaffung der Teilzeitausbildung und dem erzwungenen Übergang zum dualen Lernen vorhergesagt", erklärte Duchene im VRT-Morgenmagazin "De ochtend" (Radio 1).

Er weist darauf hin, dass die Teilzeitausbildung und die Berufsausbildung immer "die letzte Stufe im Wasserfallsystem unseres Bildungswesens" gewesen seien. Dort sieht man sehr hohe Quoten, beim allgemeinbildenden Unterricht (Aso) liegt die Abbrecherquote bei nur 4%. Dort können Schüler ein  so genanntes B-Zeugnis erhalten, wenn ihre Resultate zu schlecht sind.

Mit einem B-Zeugnis hat ein Schüler zwar bestanden, ist aber von einer Richtung ausgeschlossen. Duchene: "Sie landen schnell in einer technischen oder berufsbildenden Studienrichtung (Bso oder Tso), was nicht ihre erste Wahl ist."

Duales Lernen ist die Kombination von berufsbezogenem Lernen im Betrieb (Lehre) und schulischer Ausbildung. "Aber das ist für ein ganz anderes Publikum, nicht für Teilzeitlernende geeignet. Das duale Lernen ist für die sehr starken Lernenden gedacht. Wir sitzen jetzt mit einem Modell fest, das nicht an die Zielgruppe angepasst ist. Und es gibt nicht viele Alternativen", erklärt Duchene. "Die Ausbildung zum Facharbeiter wurde weg reformiert", fasst er zusammen.

Schulschwänzen und Armut

Schulschwänzen ist ebenfalls problematisch. Aus dem Schwänzen wird oft ganz einfach ein späterer Schulabbruch. "Die Schulen können diesem Problem bis zu einem gewissen Punkt nachgehen. Aber danach - und sicherlich für die Gruppe ab 17 Jahren - haben sie zu wenig Handhabe."

Die Schulen stehen manchmal auch mit dem Rücken zur Wand. "Hier müsste der Staat eingreifen. Oft ist Arbeit für Schüler eine reine Notwendigkeit, weil die Armut in der Familien zu groß ist." Eine schwierige häusliche Situation spielt eine zusätzliche Rolle.

Stefaan Grielens (Zentren für Schülerbetreuung) sieht viele Bemühungen, Schulabgänger zu unterstützen, meint aber, dass es noch mehr Bedarf an Prävention gibt. "Von der Grundschule an müssen wir prüfen, welche Einrichtungen gut für die Kinder sind. Das haben wir in der Vergangenheit nicht ausreichend getan.“

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