Immer mehr Unternehmen sind dazu bereit, Arbeitskräfte aus dem Ausland einzustellen, z.B. aus den Niederlanden oder aus Osteuropa. Dies ist einer Umfrage des HR-Dienstleisters SD Worx und des flämischen Arbeitgeberverbandes Voka unter 700 Unternehmen ersichtlich. Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen finden derzeit kaum geeignetes Fachpersonal. In der Provinz Limburg ist die Bereitschaft, ausländische Arbeitskräfte anzuwerben, am höchsten.
Flämische Unternehmen brauchen dringend Arbeitskräfte aus dem Ausland
17 % der mittelständischen Unternehmen in der flämischen Provinz Limburg halten die sogenannte Arbeitsmigration für die beste Lösung gegen den Fachkräftemangel. Rund die Hälfte der limburgischen Arbeitgeber zieht die Anstellung von Arbeitskräften aus dem Ausland zumindest in Erwägung. Flandernweit sind etwa 8 % der Unternehmen zu einem solchen Schritt bereit.
Der Grund für diese Tendenz ist einfach und deutlich - vor allem in Limburg: Die Hälfte der dort ansässigen Unternehmen gibt an, nicht genügend ausgebildetes Fachpersonal im eigenen Land bzw. in der eigenen Provinz finden zu können. Dies ist dort inzwischen die größte Sorge in der Unternehmenswelt.
Dies stellt auch Jonas De Raeve von Voka Limburg fest, wie er gegenüber VRT NWS angibt: „Die Unternehmen finden nicht genug qualifizierte Leute, um mit ihnen zu arbeiten. Darum schauen sie immer häufiger über die Landesgrenzen hinweg.“ Und hier gehen sie offenbar sehr weit.
Nachbarländer und Osteuropa
Die Provinz Limburg grenzt zunächst einmal an die benachbarten Niederlande, wo kräftig neue Mitarbeiter angeworben werden. Doch, so De Raeve, „schauen wir auch in Ländern wie Polen, Ukraine oder Rumänien und darüber hinaus nach Fachkräften.“ Etwa jedes 10. Limburgische Unternehmen war hier bereits erfolgreich.
Inzwischen werden auch Arbeitnehmer und Fachkräfte aus den Philippinen angeworben. Vor zwei Jahren hat das Busunternehmen Staf Cars aus Pelt in Limburg dort Personal angeworben und inzwischen arbeiten hier 40 Menschen von dort. CEO Pieter Thijs gibt an, dass sie fast alle hierbleiben und sich ein neues Leben aufbauen. Er kann also langfristig auf diese Kollegen setzen.
Zu komplizierte Verfahren
Der Arbeitgeberverband Voka ist der Ansicht, dass Arbeitskräfte aus dem Ausland Teil der Lösung sind und nicht eines Problems wie De Raeve andeutet: „Die Zahl der offenen Stellen in Flandern wird nicht schnell abnehmen. Der Fachkräftemangel wird andauern. Neben der Aktivierung von Arbeitslosen und Automatisierung müssen wir auf Arbeitsmigration setzen.“
Doch die verwaltungsmäßige Form der Einstellung von ausländischen Mitarbeitern und die Verlängerung von solchen Genehmigungen ist zu kompliziert und zu langatmig, wie es dazu bei Voka heißt: „Es dauert heute 3 bis 4 Monate, um eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung abzuschließen. In den Niederlanden gelingt das in 3 Wochen. Daneben müssen wir dabei mehr Berufe in Betracht ziehen. Derzeit ist die Liste zu klein. Vor allem gering Ausgebildete erreichen wir nicht. Und auch die Unterbringung lässt zu wünschen übrig.“
