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Hörsaal an der UGent (Archivfoto)

Einige flämische Unis wollen mehr Master-Ausbildungen in Englisch - Flanderns Bildungsminister lehnt das ab

Die flämische Freie Universität Brüssel (VUB), die Katholische Universität Löwen (KU Leuven) und die Universität Gent (UGent) haben in diesem akademischen Jahr einen Antrag für 10 Master-Studiengänge eingereicht, die in englischer Sprache gegeben werden sollen. Dazu muss allerdings die Sprachengesetzgebung im belgischen Bundesland Flandern angepasst werden. Die zuständige Bildungskommission gab den Anträgen ein positives Gutachten, doch aus dem Landesunterrichts-Ministerium kommt ein „Nein“ dazu. 

Andreas Kockartz
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Flanderns Bildungsminister Ben Weyts von den flämischen Nationaldemokraten N-VA sagte dazu gegenüber der Tageszeitung De Standaard: „Wir werden es niemals zulassen, dass unser höheres Bildungswesen ‚ent-niederländischt‘ wird.“ Nach dem flämischen Sprachengesetz muss es zu jedem in Englisch gegebenen Masterstudium ein niederländischsprachiges Äquivalent geben, doch die hier genannten Unis möchten diese in einigen Fällen streichen.

Minister Weyts bleibt in dieser Frage gegenüber den Universitäten hart. Gegenüber De Standaard gibt er zu verstehen: „Flämische Studenten haben ein Recht auf eine qualitative Ausbildung in ihrer eigenen Sprache, vom Kindergarten bis zum letzten Jahr an der Universität.“

Überrascht von der Haltung des Ministers

Im vergangenen Jahr pfiff Weyts schon die Streichung von niederländischsprachigen Unterrichtungen im Bereich Zivilingenieur zurück, denn diese Richtung ist nach Ansicht des flämischen Nationaldemokraten „ein Prunkstück der Wissensregion Flandern“, so die Brüsseler Nachrichtenredaktion BRUZZ dazu.

VUB-Rektor und Vorsitzender des Flämischen Universitären Rates (Vlir) Jan Danckaert, ist von der harten und ablehnenden Haltung des Ministers dann doch überrascht: „In sehr forschungsintensiven Feldern sorgt die Organisation eines niederländischsprachigen Masters für einen sehr hohen Arbeitsdruck im Hinblick auf die Ausbildung. Das erfordert nicht wenig Energie, wenn man bedenkt, dass es sich dabei um sehr wenige oder gar keine Studenten handelt.“

Weyts kündigt Kompromiss an

Flanderns Bildungsminister Weyts hat indessen beschlossen, dass den Studiengängen „Master of Science in Applied Sciences and Engineering: Applied Computer Science“ und „Master of Science in Physics and Astronomy“ auf jeden Fall neben der englischen auch eine niederländischsprachige Option beigefügt bleiben muss.

Er unterstrich aber, dass im nächsten Unterrichts-Dekret der flämischen Landesregierung ein Kompromiss vorgesehen sein wird, nach dem niederländische Äquivalente von Ausbildungen in anderen Bereichen ein Stück weit fremdsprachig sein können. Dabei geht es um 18,33 % der Bachelor-s und um 50 % der Master-Studiengänge. 

VUB in Brüssel
KUL in Löwen

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