Den mysteriösen „Königlichen Bahnhof“ von Laken gibt es tatsächlich. Er liegt zwischen dem Bahnhof Bokstael in der Brüsseler Gemeinde Laken und dem Bahnhof von Schaarbeek an der Bahnlinie 28. Zum letzten Mal wurde er im September 2001 genutzt, als hier zum Anlass des 75-jährigen Bestehens der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB ein Sonderzug hielt, um den damaligen Monarchen König Albert II. und dessen Gemahlin, Königin Paola zusteigen zu lassen. Seit dem ist der „Gare Royale“, wie er hier genannt wird, in den Dornröschenschlaf gefallen.
Mysteriöser Bahnhof in Brüssel: Existiert noch der “Gare Royal“ in Laken?
König Leopold II. hatte den Bahnhof Laken 1877 bauen und „Gare Royale“ nennen lassen. Er entstand im neo-klassizistischen Stil und entstammt einem Entwurf des Architekten Alphonse Balat. Der Bahnhof soll der Legende nach aus zwei Gründen entstanden sein. Zum einen, weil König Leopold II. hohe Gäste dort empfangen wollte und zum anderen, weil dort auch Gäste, die per Boot über den Kanal Brüssel-Charleroi kamen, von dort aus, den Zug nehmen konnten.
Hinter vorgehaltener Hand wird auch erzählt, dass der König täglich am Bahnhof die britische Tageszeitung The Times druckfrisch bekam. Diese soll angeblich aus dem Ostende-Wien-Express geworfen worden sein, ein Anschlusszug einer Fähre, die aus Großbritannien kam… Vor dem Bau des Brüsseler Nord-Süd-Bahntunnels fuhren die Expresszüge zwischen Ostende, Brüssel und Deutschland hier vorbei.
Denkmalschutz?
Zum letzten Mal wurde der „Gare Royale“ in Laken am 6. September 2001 genutzt, als König Albert II. und Königin Paola dort in einen Sonderzug anlässlich des 75-jährigen Bestehens der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCN bestiegen, der auf dem Weg nach Schaarkeek war, um dort eine Ausstellung historischer Salonwagen aus Königszügen zu besuchen.
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Seit dem übernimmt so langsam die Natur den Königsbahnhof und offenbar schaffen es nur einige Graffitisprayer dorthin. Dieser steht allerdings schon seit 1996 offiziell unter Denkmalschutz, wofür Brüssels regionaler Ex-Ministerpräsident Charles Piqué (PS) noch gesorgt hatte, der auch für diesen Bereich zuständig war. Doch bis heute überlassen die Region Brüssel-Hauptstadt, die Gebäudeverwaltung und der Palast (bzw. der sogenannten „Königlichen Schenkung“) diesen kleinen Bahnhof seinem Schicksal.
Idyllisch gelegen
Der „Gare Royal“ liegt recht idyllisch am Rande des königlichen Anwesens in der Brüsseler Gemeinde Laken und ist von der Tramhaltestelle Mabru aus zu sehen und auch, wenn man mit dem Zug zwischen Brüssel-Nord und Bokstael unterwegs ist.
Man könnte hier gut und gerne ein nettes Ausflugslokal einrichten, in dem Wanderer, Radfahrer oder auch die Fahrgäste des Wasserbusses zwischen Vilvoorde (in Flämisch-Brabant) und dem Brüsseler Zentrum könnten hier Kaffee trinken oder ein Eis essen. Der Wasserbus hat ganz in der Nähe einen Haltepunkt.
Noch ein mysteriöser Bahnhof?
Nicht weit vom „Gare Royal“ entfernt befindet sich ein kaum sichtbarer und niemals zu Ende gebauter Tunnelbahnhof mit einem Bahnsteig unter dem königlichen Schloss. Auch diesen unterirdischen Bahnhof hatte König Leopold II. anlegen lassen. Das Gleis dorthin führt in einem Bogen etwa der Van Praetlaan entlang und verschwindet irgendwann unter dem königlichen Anwesen (alte Postkarte unten).
Leopold II. wollte hier Könige und Staats- und Regierungschefs in den Palast bringen, die her nur aus dem Zug ausgestiegen, über eine Treppe in die royalen Räumlichkeiten gehen konnten. Doch dessen Sohn, König Albert I., beendete den immens teuren Bau und so ist dieser Untergrundbahnhof in den Bereich der Legendenbildung geraten. Und neun, hier befindet sich kein Champagner- oder Weinkeller und Champignons werden hier auch nicht gezüchtet…
