Die Wasserqualität in den Agrarlandschaften und -gebieten im belgischen Bundesland Flandern ist weiter schlechter geworden. Dies ist aus einem aktuellen Bericht der flämischen Umweltgesellschaft VMM ersichtlich. Diese Feststellung müsste eigentlich strengere Auflagen für die Landwirte bedeuten, doch gerade auf diesem Gebiet machte Landesumweltministerin Zuhal Demir (N-VA) nach den Bauernprotesten den Agrarverbänden Zugeständnisse.
Landwirtschaft: Die Wasserqualität in Flandern verschlechtert sich weiter
In rund einem Viertel der von der VMM untersuchten Wasserläufe ist die Nitratnorm überschritten worden (die europäische Norm liegt bei 50 Milligramm Nitrat bei 1 Liter Oberflächenwasser) und zwar in erster Linie durch Mist oder Dünger, der von den Feldern und Ackern kommt und der auch durch intensive Landwirtschaft und Viehzucht verursacht wird.
Im Grundwasser liegt der Nitratwert inzwischen Höher als im Jahr 2010. Nach drei Jahren sinkenden Werten habe sich die Wasserqualität im vergangenen Winter wieder verschlechtert.
Dass die flämische Landesregierung das Düngern von Flächen in der Umgebung von Naturschutzgebieten nach den Bauerprotesten gerade gelockert hat, sorgt für eine prekäre Situation in dieser Frage.
An der Zielsetzung wird nicht gerüttelt
Aus dem Kabinett von Landesumweltministerin Demir verlautete dazu allerdings, dass trotz der Zugeständnisse an die Landwirtschaft die Umweltzielsetzung die gleiche bleibe, wie bisher.
Umweltverträglichkeitsstudien sollen zeigen, wo Lockerungen Umweltauflagen für die Landwirtschaft möglich seien und auch aus dem flämischen Landwirtschaftsministerium kommt dazu nichts Gegenteiliges.
Schon jetzt kommt von den Landwirtschaftsverbänden in dieser Frage Gegenwind.
Ist das Wetter an allem schuld?
Der flämische Bauernbund sagt, dass die Verschlechterung der Wasserqualität eine Folge der Wetterumstände sei. Und man führt diese Entwicklung auch auf das „politische Zaudern“ zurück. Ein prinzipielles Abkommen für einen strengeren Mist und Düngeplan liegt nach Angaben des Bauernverbandes „schon seit einem Jahr im Kühlschrank.“
Das sei Zeit, die verlorengegangen sei, um effektiv bessere Resultate für die Wasserqualität in den Wasserläufen, Seen und Teichen sowie im Grundwasser zu verbuchen, so der Bauernbund.
Der Verband greift nicht zuletzt auch die Landesumweltagentur VMM an, der er vorwirft, mit einem Messstellen-Netzwerk zu arbeiten, das fehlerhaft sei und dringend geprüft werden müsse…
