Während der Plenarsitzung am Mittwochnachmittag wurden etwa 20 Personen von der Besuchertribüne des Landesparlamentes aus aktiv. Die Aktivisten zeigten palästinensische Flaggen und warfen Flugblätter in den Plenarsaal. Die Sitzung wurde vorübergehend ausgesetzt.
Aufruhr im flämischen Parlament: Sitzung nach lautem Protest pro-palästinensischer Aktivisten unterbrochen
Die Aktivisten sind der Meinung, dass unser Land "mitschuldig am Völkermord in Gaza" ist. In dem Pamphlet fordern sie die Parlamentarier auf, "auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen". "Sie müssen alle Hebel in Bewegung setzen, um den Völkermord zu stoppen. Nicht mit Worten, sondern mit Taten", heißt es darin weiter.
Sie fordern einen sofortigen Stopp des Handels zwischen unserem Land und Israel. Die Aktivisten zielen insbesondere auf Waffenverkäufe und den Transitverkehr ab. "Boykottiert ZIM", skandierten sie und bezogen sich dabei auf die israelische Reederei. ZIM hat im Jahr 2023 über den Hafen von Antwerpen 246 Tonnen Munition nach Israel geliefert.
Die grüne Oppositionspartei Groen nutzte die Aktion, um die Frage des Waffentransits nach Israel durch den Hafen von Antwerpen anzusprechen. "Es ist dringend an der Zeit, dass (Ministerpräsident) Jambon eingreift. Flandern kann und darf nicht die Drehscheibe für Waffenlieferungen nach Israel sein", sagte der flämische Abgeordnete Staf Aerts auf X.
Polizei schreitet ein, Aktivisten nicht verhaftet
Parlamentspräsidentin Liesbeth Homans unterbrach sofort die Sitzung. Der Abgeordnete des Vlaams Belang, Sam Van Rooy, reagierte auf den Protest, indem er den Aktivisten eine israelische Flagge entgegenhielt. Die Polizei entfernte die Gruppe von Aktivisten nach einigen Minuten von der Tribüne, kurze Zeit später konnte die Plenarsitzung fortgesetzt werden. Die Aktivisten leisteten keinen Widerstand.
Das Parlament hat eine Anzeige wegen Störung der öffentlichen Ordnung erstattet. Die Aktivisten mussten alle ihre Ausweise vorzeigen, durften sich aber anschließend wieder entfernen.
