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Öffentliche Ladestation in Brüssel

Immer mehr E-Autos auch in der belgischen Hauptstadt: Ist Brüssel fit für die Elektromobilität?

In Brüssel sei aktuell pro Tag eine halbe Million Autos unterwegs und die sollen bis 2035 alle elektrisch unterwegs sein. Prognosen des Brüsseler Umweltamtes gehen davon aus, dass dann hier 495.077 E-Autos unterwegs sein werden – inklusive der täglichen Pendler. Und die meisten davon müssen alle aufgeladen werden. Angesichts dieser Zahlen und Prognosen stellt sich die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ in ihrer Reihe "Big City" die Frage, ob die Hauptstadt überhaupt fit für die Elektromobilität ist. 

Andreas Kockartz
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Die Brüsseler Hauptstadt-Region zählt in diesem Zusammenhang auf verschiedene Ladeformen, z.B. private Ladestationen bei den Nutzern zuhause, Ladestationen an den Arbeitsplätzen und Stationen im öffentlichen Raum. Auch wenn Privatleute und Unternehmen von steuerlichen Erleichterungen bei der Einrichtung von Ladestationen für elektrische Autos profitieren können, muss davon ausgegangen werden, dass die meisten Ladevorgänge auf der Straße stattfinden werden, also über Stationen im öffentlichen Raum - auch in Brüssel. 

Die Region plant bis 2035 mit 22.000 öffentlichen Ladepunkten, viermal mehr als jetzt. Das bedeutet, dass Brüssel hier noch einen Zahn zulegen muss, wie auch BRUZZ feststellt, wenn die Region eine ausreichende öffentliche Ladeinfrastruktur hinbekommen will. Bis 2025 sollen angesichts der Zahlen von Neuanmeldungen von E-Autos in der Hauptstadt-Region 9.500 solche Stationen zur Verfügung stehen, doppelt so viele, die jetzt. Heute verfügt die Brüsseler Region über 5.047 Ladesäulen. Noch dieses Jahr sollen 600 zusätzliche Säulen entstehen mit 1.200 Anschlüssen. 

Wie sieht es denn mit dem entsprechenden Stromnetz aus?

Das Stromnetz in der Brüsseler Region ist deutlich veraltet. Dies birgt möglicherweise Probleme für die Ladeinfrastruktur der Elektromobilität. Das Netz bietet größtenteils eine Spannung von 230 Volt. Das reicht theoretisch dafür, dass ein Auto in zwischen 30 und 60 Minuten ausreichend Strom tanken kann, um 20 km  zu fahren, was der durchschnittlichen Tagesentfernung eines Brüsseler Autofahrers entspricht. Problematisch kann das werden, falls einmal alle Brüsseler E-Fahrzeuge am Ende eines Arbeitstages gleichzeitig an die Stromzapfsäulen angeschlossen werden. Dies wäre übrigens auch der Augenblick des Tages, an dem statistisch gesehen die meisten elektrischen Haushaltsgeräte laufen…

Bis 2030 würden solche Spitzenmomente die Stromversorgung nicht unbedingt in Gefahr bringen, so Versorgungsnetzbetreiber Sibelga. Bis dahin, so die regionale Gruppe, könne man die Wende hin zu einem Brüsseler Wagenpark mit 20 bis 30 % E-Autos verkraften. Danach allerdings müsste man „schlauer“ vorgehen, z.B. durch privates Laden über Solaranlagen bei Privatleuten oder durch die zeitliche Verteilung von Ladevorgängen an Ladestationen bei Unternehmen über den Tag hinweg.

Technischer/technologischer Fortschritt

Stromnetzbetreiber Sibelga zählt aber auch auf den technologischen Fortschritt. Das betrifft auch die zunehmende Autonomie von elektrischen Autos, denn deren Reichweite und Speicherkapazität steigt weiter, wodurch sie nicht mehr so oft aufgeladen werden müssen. Überdies werde daran gearbeitet, E-Autos auch als „Heimbatterie“ verwenden zu können, also um überzähligen selbstproduzierten Strom im Wagen zu speichern und bei Bedarf wieder ins eigene Netz zu speisen, so Sibelga.

Der Brüsseler Strom- und Versorgungsnetzbetreiber plädiert zudem für dynamische Tarife an öffentlichen Ladestationen, was dazu führen soll, dass die Verbraucher bzw. die E-Autofahrer dann laden, wenn ausreichend Strom und/oder Ladestationen zur Verfügung stehen. Von einer entsprechenden Modernisierung des regionalen Brüsseler Elektrizitätsnetzes ist allerdings noch immer keine Rede… 

Brüssel muss in Sachen Ladeinfrastruktur noch einen Zahn zulegen

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