Hunderte Traktoren haben am frühen Dienstagmorgen mit Blockaden rund um den Hafen von Antwerpen begonnen. Dabei wurden sogenannte „Filterblockaden“ organisiert, bei denen der Verkehr nicht völlig aufgehalten wird. Quasi scheibchenweise werden die Autos und die Lastwagen durchgelassen. Trotzdem staut sich der Verkehr. Diese Aktion wurde über die sozialen Medien organisiert. Die Bauernverbände stehen nicht dahinter. Sie verhandeln gerade mit der Politik. Hier kam es am Montag zu keiner Einigung, doch am Donnerstag will man sich wieder treffen.
Bauernproteste: Hunderte Traktoren - Blockaden am Hafen von Antwerpen
Nach Angaben der Organisatoren nehmen 400 bis 500 Traktoren an den Blockaden teil. Ziel ist, mit Filterblockaden am Antwerpener Hafen für Staus zu sorgen, was am Antwerpener R2-Ring der Fall ist. Mit der Polizei wurde im Vorfeld abgesprochen, dass Transporte für sogenannte Seveso-Betriebe aus dem chemischen Bereich ebenso wenig aufgehalten werden, wie Hilfsdienste und die Hafenarbeiter beim Schichtwechsel.
Doch nicht alles ist so verlaufen, wie abgesprochen. Manche Beschäftigte kamen mit 2 bis 3 Stunden Verspätung am Arbeitsplatz im Hafen an und die Schichtwechsel verliefen so schwierig, dass einige Unternehmen die Nachmittags- und Spätschichten streichen mussten. Der Interessenverband der Unternehmen im Antwerpener Hafen, Alfaport, spricht von mehreren Millionen Euro Schaden: "Die Blockaden haben maximale Auswirkungen auf die Unternehmen." Dies unterstrich auch der Arbeitgeberverband VOKA Antwerpen.
Einige Unternehmen sind teilweise am Dienstag so gut wie unerreichbar gewesen. Darunter sind Exonn, BASF, Katoen Natie oder auch Lanxess.
Wo wird blockiert? (Stand 9 Uhr 30)
Nordland-Brücke an der Scheldelaan in Zandvliet (bringt auch Staus an den Ein- und Ausfahrten der A12)
Noorderlaan auf Höhe von Luithagen (unweit dem Autobahnkreuz der A12 von Ekeren)
Hazopweg am südlichen Waasland-Hafen – Probleme an der E34 in Vrasene und an der R2 bei Kallo
Sint-Antoniusweg - Verbindung zwischen dem Antwerpener Ring (R2) zwischen Waasland-Hafen-Nord und dem Deurganck-Dock
A12 am Anschluss Strabroeksebaan - Verbindung zwischen dem Hafen und Strabroek
(Lesen Sie bitte unter dem Video weiter, das die ersten Blockaden am frühen Dienstagmorgen zeigt)
Die Landwirte wollen weiter Druck auf die Politik ausüben. Hier geht es in erster Linie um weniger Verwaltung und „Papierkram“ und um mehr Schutz für die Agrarflächen der Bauern. Am Montag fand am Sitz der flämischen Landesregierung eine dritte Gesprächsrunde statt, die jedoch kein Resultat erbrachte.
Am Donnerstag will man sich erneut treffen. Flanderns Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA- sprach von einem konstruktiven Gespräch, doch bei den Agrarverbänden hieß es, dass die Landesregierung nur „unzureichende konkrete Engagements bietet.“
Warum suchten sich die Landwirte den Antwerpener Hafen aus?
Der Hafen ist nicht zufällig ausgesucht. Er ist einer der wichtigsten Motoren der Wirtschaft Flanderns (und Belgiens). Die Landwirtschaft fordert den gleichen Respekt ein, der dem Hafen und seinen dort angesiedelten Unternehmen zuerkannt wird. Das betrifft auch und gerade die zulässigen Mengen an auszustoßendem Stickstoff. Hier geben die Bauern an, mehr gefordert zu sein, als die Industrie.

