Vom „Pipigate“ des ehemaligen Justizministers (Foto) über „unpassende“ Sprüche des ehemaligen Sozialistenchefs, über die „China-Connection“ der Rechtsradikalen bis hin zum Umgang der Kirche mit „übergriffigen“ Geistlichen – auch dieses Jahr haben die Karnevalisten nichts ausgelassen. Der Karneval von Aalst in Ostflandern ist und bleibt schonungslos und deftig. Dieses Jahr aber waren deutlich weniger Besucher in der Stadt, um den Zug zu verfolgen. Das war wohl dem eher bescheidenen Wetter zu verdanken.
Spitzen gegen Politik im Karnevalszug in Aalst: Bissig und ungeniert wie eh und je
71 feste Karnevalsgesellschaften und rund 200 Gelegenheitsgruppen gingen mit insgesamt rund 4.500 Teilnehmern dieses Jahr im Zug mit, der 7 km durch Aalst führt. Die Organisatoren schätzten die Zahl der Besucher auf rund 80.000. Letztes Jahr sollen es über 100.000 Besucher gewesen sein, was aber ein Rekord an Tagesbesuchern darstellte.
Auch dieses Jahr wurden wieder einige Ereignisse aus dem politischen und gesellschaftlichen Leben aus dem vergangenen Jahr aufs Korn genommen. Das war z.B. das „Pipigate“ des danach zurückgetretenen Justizministers Vincent Van Quickenborne (Open VLD), bei dem Gäste einer Fete bei ihm zuhause gegen einen Polizeiwagen gepinkelt haben (sollen). Und auch die rassistischen Sprüche des abgetretenen flämischen Sozialistenchefs Conner Rousseau (Vooruit) wurden aufs Korn genommen.
Daneben fanden auch die „bescheidenen“ Englischkenntnisse des flämischen Nationaldemokraten Theo Francken (N-VA), die „China-Connection der Rechtsradikalen von Vlaams Belang und der Umgang des Vatikan mit dem früheren Bischoffs von Brügge, Roger Vangheluwe, der jahrelang einen Neffen missbrauchte. Auch auf die Weltpolitik gingen einige Karnevalisten ein und auch auf die Lokalpolitik.
Die Polizei hatte die Sache gut im Griff und es kam zu keinen nennenswerten Zwischenfällen - außer zur Beschlagnahmung einer Drohne. Das Rote Kreuz allerdings musste 31 Mal schwer betrunkene Menschen betreuen.

