Die sechs Nordsee-Anrainerstaaten Belgien, Deutschland, Niederlande, Großbritannien, Dänemark und Norwegen werden in absehbarer Zeit enger zusammenarbeiten, um die Energie- und Telekom-Infrastruktur auf hoher See besser abzusichern. Bei drohender Gefahr sollen schneller Information ausgetauscht werden, so Belgiens Nordseeminister Paul Van Tigchelt (Open VLD).
Sechs Nordseestaaten rücken enger zusammen, um die Infrastruktur auf dem Meeresboden zu sichern
Die sechs Länder wollen gemeinsam gegen Spionage in der Nordsee vorgehen und im schlimmsten Fall auch Sabotage von sogenannter „kritischer Infrastruktur“ verhindern, so Belgiens Justiz- und Nordseeminister Van Tigchelt. Belgien will das gemeinsame Projekt mit 1 Mio. € ausstatten.
Ganz unwichtig ist solch eine Zusammenarbeit durchaus nicht, denn dass russische Kriegsschiffe in der Nordsee auftauchen ist kein Geheimnis und auch keine absolute Seltenheit. Solche Beobachtungen werden auch in der Nähe von sensibler Infrastruktur festgestellt.
"North Seat Summit"
Das können Kriegsschiffe sein, aber auch U-Boote oder russische Forschungsschiffe. Die teilnehmenden Länder werden eine gemeinsame Plattform schaffen, über die im Falle des Falles Informationen rasch ausgetauscht werden können.
Beim „North Seat Summit“ im April 2023 in Ostende wurde dazu der Grundstein gelegt. Die Unterzeichnung des entsprechenden Abkommens ist für die nächste Zeit geplant, wie Nordseeminister Van Tigchelt am Donnerstag bei der Vorstellung des Projekts an der „Maritimen Informationskreuzung“ in Zeebrügge sagte.
Belgien direkt
Selbst Belgien ist direkt davon betroffen, denn im belgischen Zuständigkeitsgebiet in der Nordsee liegen über 200 km Hochspannungskabel, die Strom von den Windkraftanlagen ins Inland schaffen bzw. über die Elektrizität zwischen Zeebrügge und England transportiert wird. Neben diesen Linien befinden sich zudem Kommunikationslinien und Pipelines.
