Infrabel, der Infrastrukturdienstleister der belgischen Bahn, baut in Hannut (Prov. Lüttich) einen Solarpark entlang der Schnellbahnstrecke zwischen Lüttich und Löwen (Flämisch-Brabant). Mit dieser Anlage wird dann der Strom für die Züge produziert, die hier entlang fahren. Das sind auch die Eurostar- und Thalys-Züge zwischen Brüssel und Deutschland. Versteckt sich die Sonne zu lange hinter den Wolken, kommt Windenergie zum Tragen, die von der Bahn betriebene Windräder in der Nähe produzieren.
Schnellbahnstrecke zwischen Lüttich und Löwen: Züge mit Hochgeschwindigkeit auf Solarstrom
Die Solaranlage wird an der Transformator-Unterstation der Bahnlinie in Avernas, einem Ortsteil von Hannut nahe der innerbelgischen Grenze zu Flandern, gebaut. Von dort aus wird die Schnellfahrstrecke mit Elektrizität gespeist.
Die Anlage soll innerhalb eines Jahres operationell sein und wird laut Betreiber Infrabel pro Jahr rund 2.700 Megawatt-Stunden Strom produzieren. Dieser Strom soll dazu dienen, dass die wöchentlich hier fahrenden 120 internationalen Hochgeschwindigkeitszüge von und nach Deutschland und die rund 350 Inlandszüge mit Energie versorgt werden.
Das Projekt ist auf 2 Mio. € veranschlagt, wovon 90 % aus Subsidien des belgischen Staates finanziert werden. Dies wird dann die zweite mit Solarstrom unterstützte HGV-Bahnstrecke in Belgien sein. Schon seit 2011 liefert ein Solarpark Elektrizität für die Schnellbahnstrecke zwischen Antwerpen und der niederländischen Grenze. Diese Anlage liegt zwischen Schoten und Brasschaat in der Provinz Antwerpen.
Weitere Ziele
In absehbarer Zeit soll mehr Bahnverkehr in Belgien mit Strom aus nachhaltigen Quellen betrieben werden. Dabei arbeitet der belgische Staat gemeinsam mit der Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB ebenso eng zusammen, wie mit privaten Bahnunternehmen, z.B. mit Eurostar. Eurostar-CEO Gwendoline Caznave sagte dazu: „Ziel ist, 15 % unseres Strombedarfs von Eurostar in Belgien mit Sonnenenergie zu decken.
Der belgische Eisenbahnsektor verbraucht jährlich etwa 1.500 Gigawatt-Stunden Strom - 1,7 % des gesamten Stromverbrauchs in unserem Land. Damit ist die Bahn einer der größten Stromverbraucher in Belgien. Dabei wird Strom von Infrabel erworben und an die anderen Sektoren der NMBS/SNCB weiterveräußert.
Infrabel-CEO Benoît Gilson sagte bei der Grundsteinlegung für die Solaranlage von Hannut, dass man den eigenen Stromverbrauch senken wolle und das man bis 2026 den Anteil an grünem Strom verdreifachen werde.
