Wenn Sie eine Immobilie in Flandern mieten möchten, müssen Sie durchschnittlich 868 Euro pro Monat bezahlen. Das sind 11,3 % mehr als vor zwei Jahren, wie das Mietbarometer des flämischen Immobilienmaklerverbands CIB zeigt. Die Inflation spielt eine wichtige Rolle, aber auch der Mietmarkt ist besonders angespannt.
Wohnungsmieten steigen in ganz Belgien und explodieren in Brüssel: Leuven ist teuerste Stadt
Der durchschnittliche Mietspiegel steigt überall an und erreicht in Brüssel ein Rekordniveau. Der Maklerverband CIB, der über 60.000 neue Mietverträge in Flandern und Brüssel analysiert hat, macht daraus keinen Hehl. Die Preise steigen rapide an. Im Folgenden fünf wichtige Schlussfolgerungen:
1. Stark steigende Mietpreise
Für eine durchschnittliche Wohnung zahlten Sie in Flandern im letzten Jahr durchschnittlich 868 Euro pro Monat. Das sind 90 Euro mehr als im Jahr 2021, was einem Anstieg von 11,3 % in zwei Jahren entspricht. Die Mieten für Wohnungen liegen etwas unter diesem Preis, die für Einfamilienhäuser etwas darüber.
Der durchschnittliche Mietpreis in Flandern:
Ein Anstieg von 11,3 % entspricht in etwa der Inflation, die sich vor allem Ende 2022 und Anfang 2023 bemerkbar machte. Der Gesamtpreisanstieg liegt etwa auf demselben Niveau wie der Anstieg der Löhne.
2. Eine schwierige Situation für Menschen mit niedrigem Einkommen
Aufgrund dieses Anstiegs sind preiswerte Mietwohnungen kaum noch verfügbar. "Von allen analysierten Verträgen hatten nur 8,4 % eine Miete von weniger als 600 Euro", sagt Kristophe Thijs, Leiter der Abteilung Kommunikation bei der CIB.
Im Allgemeinen wird geraten, dass die Kosten für eine Wohnung - Kreditrückzahlung oder Miete - nur ein Drittel des Einkommens ausmachen. "Man kann also schnell zu dem Schluss kommen, dass die Suche für Personen mit einem Einkommen von weniger als 1 800 Euro pro Monat schwierig ist, vor allem, wenn es Konkurrenz gibt.
Diesen Wettbewerb sehen die Immobilienmakler mit eigenen Augen. Während es 2022 im Durchschnitt 10 bis 15 Besichtigungen für eine Immobilie gab, sind es heute 25 oder mehr. "Vor allem, wenn die Miete etwas niedriger ist, ist der Wettbewerb hart."
Immobilienmakler schlagen Alarm: Das Angebot hält nicht mit der Nachfrage Schritt
Die Inflation spielt eine wichtige Rolle für den aktuellen Preisanstieg. "Aber unterschwellig gibt es auch noch andere Dinge", sagt Thijs von der CIB. "Was den Mietmarkt angeht, hält das Angebot nicht mit der Nachfrage Schritt".
"Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich dieses Ungleichgewicht in einem weiteren Anstieg der Mieten niederschlägt, zusätzlich zu den Auswirkungen der Inflation", fügt Kristophe Thijs hinzu. Der Maklerverband spricht daher von einem "Weckruf" für die Politik. "Das Angebot muss erweitert werden. Einerseits durch den sozialen Wohnungsbau, aber andererseits müssen auch die Investitionen angekurbelt werden. Private Investitionen werden dringend benötigt".
3. Flämisch-Brabant, die teuerste flämische Provinz
Es gibt jedoch große regionale Unterschiede. Flämisch-Brabant ist die teuerste Provinz mit einer durchschnittlichen Miete von 1.042 Euro pro Monat. Dabei handelt es sich um einen Durchschnittswert für alle Arten von Wohnraum. Die Provinz steht seit langem an der Spitze der Liste, was größtenteils auf ihre Nähe zu Brüssel zurückzuführen ist.
Die Provinz ist mit einem durchschnittlichen Mietpreis von 793 Euro pro Monat knapp ein Viertel teurer als Westflandern, die günstigste Provinz in Flandern.
Unten sehen Sie den durchschnittlichen Mietpreis pro flämischer Provinz im Jahr 2023 :
4. Leuven entthront Antwerpen als teuerstes Stadt
Von allen flämischen Städten ist die Uni-Stadt Leuven (dt.: Löwen) seit letztem Jahr die teuerste. Damit hat die Stadt den ersten Platz von Antwerpen übernommen.
Wichtig: Für diesen Vergleich wurde nur der durchschnittliche Mietpreis für Wohnungen berücksichtigt. In Löwen zahlten Sie im vergangenen Jahr durchschnittlich 1.013 Euro pro Monat, das sind 14,8 % mehr als ein Jahr zuvor. Antwerpen liegt mit 1.009 Euro knapp darunter.
Durchschnittlicher Mietpreis für eine Wohnung in den flämischen Städten:
5. In Brüssel explodieren die Mieten
Dies geht aus dem jährlichen Barometer von Federia, dem Verband der französischsprachigen Immobilienmakler in Belgien, hervor. In der Hauptstadt muss man jetzt durchschnittlich 800 Euro pro Monat ausgeben, um ein Einzimmerapartment zu mieten, was fast der Miete für eine Doppelhaushälfte in Wallonien entspricht.
Die Mieten in Brüssel stiegen im Jahr 2023 um 8,6 %, nachdem sie im Jahr zuvor bereits um beträchtliche 3,9 % gestiegen waren. Dies entspricht innerhalb eines Jahres einem Anstieg von fast 100 Euro pro Monat, so Federia.
Die Durchschnittsmiete für Einzimmerwohnungen durchbrach in der Hauptstadt zum ersten Mal die 800-Euro-Marke. Für eine größere Wohnung musste man im Durchschnitt über 1.200 Euro monatlich bezahlen und für ein Reihenhaus über 1.860 Euro.
Das Barometer wurde auf der Grundlage von Daten aus fast 80.000 Mietverträgen in Zusammenarbeit mit dem flämischen Maklerverband CIB und dem Immobilienmakler Korfine erstellt.
Durchschnittsmieten in der Region Brüssel:
In Wallonien ist der Anstieg weniger stark als in Flandern und Brüssel. Dort liegt die Durchschnittsmiete für alle Wohnungstypen bei 761 EUR, was einem Anstieg von 4,3 % seit 2022 entspricht.
Die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum ziehen 2023 ebenfalls an
Der Vollständigkeit halber: Etwa 30 % der Bevölkerung mieten in Flandern eine Wohnung, 70 % sind Eigentümer. Der Markt für selbstgenutztes Wohneigentum verlangsamte sich im letzten Jahr, mit 17 % weniger Käufen im Vergleich zu 2022. Die Preise stiegen jedoch weiter an, wie das Immobilienbarometer im letzten Monat zeigte.
