Ermittler der belgischen Bundespolizei haben bei Haussuchungen in Heverlee und in Oud-Heverlee bei Löwen in Flämisch-Brabant ein illegales Atelier aufgerollt, in dem Waffen mit Bauteilen aus dem 3D-Drucker produziert wurden. Gleichzeitig durchsuchte auch die französische Polizei eine Wohnung. Polizei und Staatsanwaltschaft Löwen sprechen von einem sehr großen Fahndungserfolg.
Polizei hebt illegales Atelier in Flandern aus, in dem Waffen im 3D-Verfahren gedruckt wurden
Die gleichzeitig in Belgien und in Frankreich durchgeführten Haussuchungen fanden bereits in der vergangenen Woche statt, wie aus der Löwener Staatsanwaltschaft verlautete. In Belgien wurden zwei Wohnungen in Heverlee und in Oud-Heverlee durchsucht. Dabei wurden zwei Personen festgenommen: Eine 18 Jahre alte Frau aus Löwen und ein 26 Jahre alter Mann aus Frankreich.
In der gemeinsamen Wohnung des Paares entdeckten die Ermittler dieses illegale Waffenatelier, in dem gerade sogenannte „Penguns“ aus dem Drucker liefen. Das sind Schusswaffen in Form eines Kugelschreibers. Bei der Razzia wurden zudem dutzende Bauteile für Waffen aus Metall und Kunststoff entdeckt, sowie fertig produzierte und schussfähige 3D-Feuerwaffen.
Diese Waffen, genehmigungspflichtige halbautomatische sowie verbotene vollautomatische Schusswaffen, sind mit 3D-Printern hergestellt worden und für die Endmontage nutzten die Verdächtigen Bauteile, die sie bei Webshops bestellten. Diese Waffen sind nicht homologiert, tragen demnach keine Seriennummern und können somit auch nicht nachverfolgt werden. Gerade dies macht solche Waffen für die kriminelle Welt sehr interessant.
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Handel im Darkweb
Diese 3D-Waffen sehen nach Ansicht der Polizei echt aus und die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie gefährlich sind: „Wir haben diese Schusswaffen nicht testen können, doch angesichts der Tatsache, dass damit reguläre Munition abgefeuert werden kann, macht sie genau so gefährlich, wie reguläre Waffen.“
Offenbar wurden die hier produzierten Waffen via Chatgruppen im Darknet gehandelt, einem verborgenen Teil des Internets, das nicht direkt zugänglich ist. Die Ermittlungen begannen in Frankreich und die Kripo in Löwen wurde im August 2023 in die Untersuchungen mit einbezogen.
Die französische Polizei kam zu der Erkenntnis, dass mehrere Pakete mit Bauteilen für Waffen nach Oud-Heverlee bei Löwen verschickt wurden und es wurde deutlich, dass sich die zentrale Person in diesem Dossier, der 26-jährige Franzose, irgendwo bei Löwen aufhielt. Neben den beiden in Belgien festgenommenen Verdächtigen verhaftete die französische Polizei 9 weitere Personen, wohl Käufer von in Belgien produzierten 3D-Waffen.
