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Brüssel: Hier ist wohnen und mieten (zu) teuer

Aktivitäten von Airbnb verringern die Zahl der Wohnungen in Brüssel - BISA und OECD kritisieren die Hauptstadt

In den vergangenen Jahren sind Mietplattformen für touristische Aufenthalte wie Airbnb oder HomeAway auch in der belgischen Hauptstadt Brüssel gewachsen. Das regionale Brüsseler Institut für Statistik und Analyse (BISA) berechnete, dass alleine Airbnb bis Ende 2022 schon dafür gesorgt hat, dass rund 2.400 Wohnungen vom Markt verschwunden waren, wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ meldet. Inzwischen stellt die OECD Brüssel urbanistisch (und nicht nur dort) ein schlechtes Zeugnis aus. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

BISA schließt aus der Untersuchung des Impakts von touristischen Plattformen auf den Brüsseler Wohnungsmarkt, dass die Zahl der bezahlbaren Wohnungen in der Hauptstadt-Region ansehnlich gesunken ist. Das macht es für einen Teil der Bevölkerung fast unmöglich, noch eine passende Wohnung zu finden, was besonders für die Haushalte der Fall ist, die nur auf ein niedriges Einkommen zurückgreifen können.

Alleine die Aktivitäten der Miet-App-Plattform Airbnb hat nach Berechnungen von BISA dafür gesorgt, dass Ende 2022 mindestens 2.400 Wohnungen von Immo- und Mietmarkt verschwunden waren. Das betraf zu diesem Zeitpunkt knapp zwei Drittel aller Wohnungen und Appartements, die in der Brüsseler Hauptstadt-Region eigentlich zur Verfügung hätten stehen müssen.

Von dieser Entwicklung ist vor allem das sogenannte „Fünfeck“ betroffen, also das Zentrum der Stadt innerhalb des Kleinen Rings. Gerade in diesem Gebiet ist ein bedeutender Teil der Wohnungen zu touristischen Akkommodation zweckentfremdet worden. Hier ist es für die Brüsseler fast unmöglich geworden, noch eine Wohnung, ein Zimmer oder ein Appartement zu bezahlbaren Mieten zu finden. 

Auch die OECD kritisiert die Lage am Brüsseler Wohnungsmarkt

Die Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kritisiert an Brüssel, dass die Einkommen der Bevölkerung im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen niedriger sind, obwohl die belgische Hauptstadt-Region wirtschaftlich ebenso erfolgreich sei. Im Gegensatz zu anderen Großstädten haben sich aber hier die immobilienpreise im Laufe weniger Jahre verdreifacht.

Ein noch größeres Problem sieht die OECD am Brüsseler Sozialwohnungsmarkt und am akuten Mangel an bezahlbarem Wohnraum für finanzschwache Haushalte (siehe oben).

Die OECD kritisiert in ihrer Analyse der allgemeinen Situation in Brüssel aber auch die Verkehrspolitik, die es immer noch ermögliche, dass trotz eines gut funktionierenden öffentlichen Nahverkehrs häufig auch innerhalb der Stadt weiter mit dem Auto gefahren werde.  

Ein Lösungsansatz in Sachen Wohnpolitik könnte in den Augen der OECD sein, die städtebauliche Kompetenz der 19 Brüsseler Gemeinden an die Region abzugeben. Im Allgemeinen sorge die Verteilung von Zuständigkeiten zwischen Gemeinden und Region für Ineffizienz, was auch Bereiche, wie Bildung, Kultur oder die öffentlichen Sozialhilfezentren betreffe. 

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