Die Universität Löwen (KU Leuven) in Flämisch-Brabant hat gemeinsam mit dem belgischen Bundesland Flandern das Meisterwerk „De humani corporis fabrica“ von Andreas Vesalius angekauft. Dieses Werk wird als die Basis der Anatomie angesehen und wird in der Uni ausgestellt. Der Erwerb dieses Buches soll die 600 Jahrfeier der Löwener Uni im kommenden Jahr krönen.
Die erste Ausgabe von „De humani corporis fabrica“ von Andreas Vesalius (1514-1564), in der Fachwelt „die Fabrica“ genannt, kam 1543 heraus und ist bereits im Besitz der KUL. 12 Jahre später, im Jahr 1555, brachte Vesaluis eine zweite Ausgabe heraus und es ist diese Ausgabe, die die Uni jetzt gemeinsam mit Flandern erwerben konnte. Der Ankauf fällt in die flämische „Spitzenstücke“-Politik, nach der für Flandern bedeutende Werke angekauft und den entsprechenden Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden.
Diese zweite Ausgabe von „De humani corporis fabrica“ von Andreas Vesalius wurde am vergangenen Freitag bei einer Versteigerung bei Christie’s für 1,8 Millionen US-Dollar erworben, etwa 1,6 Mio. €.
Vesalius beschrieb in „die Fabrica“ die menschliche Anatomie auf Basis von Dissektionen, die er selbst durchführte. „Das Werk gilt als eines der einflussreichsten wissenschaftlichen Bücher der Menschheit“, so KUL-Rektor Luc Sels und es ist von damals äußerst fähigen Zeichnern illustriert worden. Das besonders Interessante an der hier vorliegenden Ausgabe ist, dass sie persönliche Notizen von Andreas Vesalius enthält.
600 Jahre Universität Löwen
Im kommenden Jahr feiert die Löwener Uni ihr 600-jähriges Bestehen und der Erwerb dieses Werks passt nicht nur zu den Feierlichkeiten, sondern auch zum aktuellen Bau eines Erlebniszentrums rund um Andreas Vesalius am Campus Hertoginsite. Dieses Zentrum steht im Zeichen von Pflege und Medizin sowie von Wissenschaft und Gesellschaft.
Flanderns Ministerpräsident und Landesminister für Kultur Jan Jambon (N-VA) ist begeistert: „Flandern glänzt weltweit, wenn es um Gesundheit und medizinische Wissenschaft geht. Diese führende Position haben wir der Arbeit und den Erkenntnissen von Top-Wissenschaftlern wie Vesalius zu verdanken. ‚Die Fabirca‘, die wir jetzt angekauft haben, erinnert und an diese ruhmreiche Vergangenheit. Das ist eine Quelle der Inspiration für viele junge Studierende, die heute in die Fußstapfen von Vesalius treten.“
