Die Supermärkte und die Warenhäuser in Belgien fühlen die Auswirkungen der Proteste und der Verkehrsblockaden durch die protestierenden Bauern. Dabei wurden und werden auch einige Vertriebszentren von Supermarkt- und Warenhausketten blockiert. Die Bauern richten sich gegen den Retailmarkt, weil sie dort für ihre Erzeugnisse zu wenig Geld bekommen. Doch vorerst stehen die Verbraucher nicht vor leeren Regalen.
Landwirte blockieren auch Vertriebszentren der Supermärkte – Leere Regale?
Bauern blockieren seit Dienstag zwei Vertriebszentren von Marktführer und Discounter Colruyt in der wallonischen Provinz Hennegau. Lastwagen können hier weder hinaus-, noch hineinfahren. Betroffen davon sind Lager mit trockenen Lebensmitteln, Wasser und anderen Getränken.
In den Märkten selbst ist davon nicht viel zu merken, denn Colruyt hat vor Ort auch breitgefächerte Lager und arbeitet mit langen Haltbarkeitsdaten. Aber die Lieferung von frischen Waren kann durch die Verkehrsprobleme durch Blockaden auf Dauer erschwert werden.
Auch bei Delhaize wird ein Vertriebszentrum blockiert und zwar das in Ninove, wo ebenfalls in erster Linie trockene Lebensmittel und Getränke auf ihre Verteilung warten. Auch Delhaize hat umfassende Vorräte in den verschiedenen Märkten gelagert und noch ist der Warennachschub gesichert. Das gleiche gilt für die Märkte von Albert Heijn in Flandern.
Bei Lidl sind das Vertriebszentrum in Marche-en-Famenne in der Provinz Luxemburg und das Logistikzeneum in Genk blockiert, doch dies führt bisher lediglich zu Lieferproblemen in der Umgebung von Marche. In Genk drangen Landwirte in die Lagerhallen ein und diskutierten mit dem Personal dort. Andere Lidl-Märkte oder Vertriebszentren haben keine Probleme. Bei Carrefour heißt es, dass man weder Blockaden von Standorten erleidet, noch Probleme mit der Versorgung und Belieferung der Filialen.
Aldi hat die Nase voll
Bei Aldi in Belgien hingegen ist man weniger gelassen. Hier sind zwei wichtige Vertriebszentren von aufgebrauchten Bauern blockiert: Vaux-sur-Sûre in der Provinz Luxemburg und Gembloux bei Namür. Aldi schickte Gerichtsvollzieher zu den jeweiligen Standorten, um die Vertriebszentren wieder freizugeben.
Der Discounter sieht sich eigentlich an der Seite der Landwirte, doch jetzt sei es an der Zeit, die Aktionen zu beenden: „Die Bauern geiseln ihren größten Partner, den Retail. Wenn der nichts verkaufen kann, dann kann er bei den Bauern auch nichts kaufen.“
Auch Comeos, der Sektorverband der Supermärkte und Warenhäuser in Belgien, ruft die Landwirtschaft dazu auf, die Blockaden der Vertriebszentren zu beenden, denn hier wird man doch zusehends nervös.
