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Historische Bleiverglasung

Flandern ist gegen ein Verbot von Blei im Kulturerbe-Sektor

Flandern will nicht, dass die Nutzung von Blei im Bereich des Kulturerbes verboten wird. Die Europäische Union will im Zuge des schrittweisen Abbaus von bedenklichen Stoffen Blei auch aus dem Kulturerbe-Sektor verbannen, doch Flanderns zuständiger Landesminister Matthias Diependaele (N-VA) unterstützt die Bitte, dass die EU-Regeln hier flexibel angewendet werden. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Europäische Agentur für Chemikalien (ECHA) will Blei einem sogenannten Autorisierungsverfahren unterwerfen. Dieses Verfahren hat zum Ziel, Stoffe, die als „sehr besorgniserregend“ eingestuft werden, schrittweise durch weniger gefährliche Stoffe oder Technologien zu ersetzen, bis alternative Stoffe oder Verfahren zur Verfügung stehen. Und Blei gehört laut ECHA zu diesen Stoffen.

Flanderns Minister für das Kulturerbe Diependaele läutet gemeinsam mit diesem Sektor die Alarmglocken. „Der Gebrauch von Blei hat eine jahrhundertealte Tradition in Europa und damit auch in Flandern. Mehrere flämische Spitzenkunstwerke enthalten Elemente aus Blei,“ so Peter De Wilde, der Geschäftsführer der flämischen Landesagentur für Immobiles Kulturerbe.

„Die Aufnahme von Blei in die Autorisierungsliste stellt eine Bedrohung für eine große Zahl an Kunst- und Kulturgegenständen dar und unterminiert die Bestandsmittel zahlloser Restauratoren, Handwerker und Künstler,“ wie Kulturerbeminister Diependaele ergänzt. Aktuell, so De Wilde und Diependaele, bestehe keine vollwertige Alternative für Blei in den zahlreichen Kulturerbe-Anwendungen.

Man ist sich der Gefahr von Blei durchaus bewusst

Dieser Sektor gibt zu verstehen, dass man sich der Gefahren, die von Blei ausgehen, durchaus bewusst ist und aus diesem Grunde gehe man unter größter Vorsicht und mit sehr strikten Auflage zu werke, wenn mit Blei gearbeitet werden muss.

Minister Diependaele, die flämische Landesagentur für Kulturerbe und der damit verbundene Sektor wollen keine absolute Freistellung von Blei erreichen, bitten aber um eine möglichst flexible Handhabung der Anwendung von Blei bei der Aufstellung der entsprechenden Regelungen von Seiten der EU.

Eine internationale Arbeitsgruppe plädierte bereits im EU-Parlament für eine Freistellung von Blei in Kunstwerken, im Handwerk und in andern kulturellen und historischen Bereichen.     

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