Das Personal der Haftanstalt in der Begijnenstraat in Antwerpen (Video oben) hat beschlossen, keine neuen Häftlinge mehr zuzulassen. Derzeit sitzen hier 737 Gefangene ein, wovon 73 auf Matratzen dem Boden schlafen müssen. „Die Lage ist unzumutbar“ und „Das grenzt an Folter“, heißt es dazu. Die Direktion des Gefängnisses unterstützt diese Aktion nicht, gibt aber an, ein gewisses Verständnis dafür zu haben.
Überbelegte Zellen: Wachpersonal der Haftanstalt Antwerpen weigert sich, zusätzliche Gefangene aufzunehmen
„Täglich kommen Häftlinge hinzu, doch es werden nur wenige entlassen“, sagt Bjorn Achten von der christlichen Gewerkschaft ACV dazu gegenüber VRT NWS. Eigentlich besagt die Regel, dass Schluss bei 660 Häftlingen sein soll, doch niemals unternehme von Seiten der Politik etwas, so Achten weiter: „Wir halten unsere Tore geschlossen, bis wir wieder unter 660 Häftlingen liegen.“
Es gebe Häftlinge, die freiwillig um eine Isolierzelle bitten, „denn wenn drei Menschen 22 Stunden lang am Tag auf vier Quadratmetern ausharren müssen, dann grenzt das an Folter.“ In den überbelegten Haftanstalten sorge das Gedränge für Aggressivität und dies bleibe dann am Wachpersonal hängen.
Gegen das Gesetz verstoßen, um nicht gegen das Gesetz zu verstoßen
Die Schließer handeln illegal, wenn sie keine Häftlinge mehr im Gefängnis zulassen, doch bei den Gewerkschaften in Antwerpen heißt es dazu, dass Politik und Behörden dafür sorgen würden, dass in den Haftanstalten ständig gegen das Gesetz verstoßen werde: „Wir können die Basisregeln nicht mehr einhalten.“
Gefängnisdirektorin An Janssens sitzt zwischen zwei Stühlen: „Das ist keine gesetzliche Aktion und wir sind dazu verpflichtet, die Aufträge der Justiz zu erfüllen. Doch ich habe Verständnis dafür, denn es lässt sich nicht leugnen, dass die Lebensumstände der Häftlinge in einem übervollen Gefängnis fast unmenschlich sind.“
