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Inland
Wirtschaft

Angesichts der Bauernproteste: Wären die Belgier dazu bereit, für ihr Essen mehr zu zahlen?

Die anhaltenden Bauernproteste aufgrund zu niedriger Preise für ihre Erträge, durch eine zu komplexe Verwaltung und durch zu strenge EU-Maßnahmen zeigen in der belgischen Gesellschaft einen Wiederspruch auf. Auf der einen Seite stehen die meisten Menschen hinter den Landwirten, doch andererseits kaufen sie im Geschäft eher die günstigsten Lebensmittel.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Blockaden der Landwirte landab, landauf seit Montag verursachen vielleicht erboste Reaktionen von Autofahrern, doch eigentlich stehen die Menschen in Belgien hinter den Protesten. Beide, Bauern und Bürger, weisen mit ihren Fingern auf die Politik, die der Landwirtschaft das Leben schwer macht. Doch, so Lisbet Vranken, Professorin für Agrar- und Umweltwirtschaft an der Universität Löwen (KU Leuven), obschon die Bürger die Landwirte durchaus verstehen, passen sie ihr Konsumverhalten nicht unbedingt an.

„Sehr viele Menschen kaufen im Geschäft oder im Supermarkt einfach das billigste Produkt und entscheiden sich nicht für ein lokales Erzeugnis, dass vielleicht etwas teurer ist. Vielleicht müssen wir als Bürger mal über die Frage nachdenken, ob wir nicht dazu bereit sind, mehr für unser Essen zu bezahlen“, so Professorin Vranken gegenüber VRT NWS.

Im Supermarkt

„Wenn wir das wollen, müssen wir auch eine Wahl treffen können. Oft wissen wir nicht, welches von den verschiedenen Produkten im Regal das am umweltfreundlichsten ist“, so Vranken weiter, die dabei in Richtung Europäische Union schaut. Hier sollte es universelle Labels geben, damit sich die Verbraucher für das nachhaltigste Produkt entscheiden können.

In diese Richtung weisen auch die Landwirte (und nicht nur die in Belgien). Aus diesem Grunde nehmen sie auch die Warenhäuser und Supermärkte ins Visier und blockieren deren Vertriebszentren. Zum einen beklagen auch die Landwirte einheitliche Qualitätsnormen und zum anderen fordern sie hier, dass man für ihre Produkte „anständig bezahlt.“ Doch wenn die Angesprochenen auf die Forderungen der Landwirtschaft eingehen, werden die Lebensmittel wieder etwas teurer. Ob dann die Kundschaft dabei mitgeht, ist die große Frage (und dies wiederum nicht nur in Belgien).  

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