Das Allgemeine Krankenhaus AZ Groeninge in Kortrijk in Westflandern ist die erste Einrichtung ihrer Art in den Benelux-Ländern, die mit einem eigenen 5G-Kommunikationsnetz arbeitet. Dies sei sicher und biete viele medizinische Anwendungsmöglichkeiten heißt es dazu. Das Krankenhaus wird dabei vom belgischen Staat und von den flämischen Landesbehörden unterstützt.
Krankenhaus im westflämischen Kortrijk arbeitet mit einem eigenen 5G-Netz
Das AZ Groeninge in Kortrijk wird mit dem eigenen 5G-Netz neue medizinische Anwendungen testen, wie etwa Roboterchirurgie aus Entfernung oder Brillen, über die Ärzte live dem Pflegepersonal z.B. bei Visiten folgen kann (Foto oben). Das Krankenhaus arbeitet dabei mit dem Telekomanbieter NXT und mit den belgischen Gesundheitsbehörden zusammen.
Brian Desplinter, der Leiter der Innovationsabteilung des Krankenhauses ist von dem 5G-Netz überzeugt, wie er bei der Vorstellung des Systems unterstrich: „So ein eigenes 5G-Netzwerk ist 10 Mal schneller und sicherer als ein öffentliches Netz. Beim Proximus-Netz müssen alle Daten zuerst über Brüssel gehen, bevor sie in die Cloud kommen können. Wir legen einen eigenen Server auf unserem Campus an, um dies zu vermeiden.“
Roboterchirurgie
Für die Patienten der Groeninge-Klinik bedeutet dies, dass sie von ihrem Bett oder aus ihrem Krankenzimmer aus schneller surfen können, doch dies ist nur ein angenehmer Nebeneffekt. Viel wichtiger ist, dass dadurch neue medizinische Anwendungen möglich werden, wie Desplinter weiter erklärt: „Roboterchirurgie aus Entfernung ist eine sehr wichtige Anwendung. Unsere Ärzte können damit Operationen von wo aus auf der Welt auch immer durchführen.“
Man könnte damit auch Patienten zu Hause beobachten und zwar mit Sensoren, die bestimmte Parameter zum Krankenhaus oder zum behandelnden Arzt senden.
Visite: Schneller mit 5G-Brillen
Die Pflegerin Charlotte Van den Storme (Foto oben) provierte bereits eine 5G-Brille aus. Diese Brillen verfügen über eine Kamera, einen kleinen Bildschirm und über ein Mikrophon: „Auf diese Weise kann ein Arzt mit uns mitschauen, wenn wir einen Patienten versorgen. Das spart viel Zeit, denn bisher mussten wir zuerst unseren Befund aufschreiben, um danach mit dem Arzt zu beraten und wieder zum Patienten zurückzukehren.“
Das Projekt, das rund 2,5 Mio. € kostet, wird mit 1 Mio. € vom belgischen Staat bezuschusst. Belgiens Post- und Telekom-Ministerin Petra De Sutter (Groen, Foto unten), testete diese Brille (sie ist selbst Medizinerin) bei der Vorstellung des Projekts: „Dies ist ein Projekt mit allgemeinem gesellschaftlichem Nutzen und bietet dem medizinischen einen echten Mehrwert und darum unterstützen wir das Krankenhaus dabei gerne. Auch die flämischen Landesbehörden bezuschussen dieses Projekt.
