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Bauernproteste in Belgien - An neuralgischen Stellen im ganzen Land Verkehrsblockaden

Die Protestaktionen der Landwirte nehmen auch in Belgien weiter zu und sie werden schärfer. In ihren Protesten gegen sinkende Einkommen, zu viel Verwaltung und allgemein strengere Regeln  - nicht zuletzt auch durch die EU - blockier(t)en die Bauern Verkehrsknotenpunkte am Brüsseler Ring, Kreuzungen in Antwerpen und an verschieden Stellen in der Wallonie. Die Proteste gingen in der Nacht zum Dienstag weiter und die Blockaden verlagerten sich im Laufe des Tages. Inzwischen sind industrielle Knotenpunkte ins Visier der Landwirte geraten, wie z.B. die Häfen von Antwerpen und Zeebrügge. 

Andreas Kockartz
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„Wir bleiben so lange, wie nötig“, hieß es am Dienstagmorgen bei den protestierenden Landwirten, als sie sich gegen 5 Uhr in Wemmel in Richtung Halle aufmachten, wo der Brüsseler Ring in beiden Richtungen blockiert war. Der Innenring war am Morgen sehr früh wieder frei und in Wemmel begann die Feuerwehr damit, die Blockaden abzubauen und die Fahrbahnen zu reinigen.

Im Laufe des Tages meldeten Polizei und Verkehrsbehörden Aktionen von Landwirten an der E19 Richtung Antwerpen in Richtung Gent und in Merksem am Sportpalast. Dabei hatten die Bauern auch Feuer entzündet, die den fließenden Verkehr durch Rauch behinderten. Die E19 war auch in der anderen Richtung blockiert und zwar zwischen Brüssel und Frankreich auf Höhe von Nivelles. Die Blockade an der E411 in Namür zwischen Brüssel und Arlon löste sich am Morgen auf.

Auch im Raum Antwerpen verlagerten sich die Blockaden z.B. auf den Viadukt von Merksem (Video oben). Während sich die Lage dort am Dienstagnachmittag etwas beruhigte, zogen lange Treckertrecks in Richtung des Hafens von Zeebrügge, nach Kortrijk in Westflandern und in Richtung Löwen (Flämisch-Brabant), doch auch im Zentrum von Brüssel tauchten Traktoren von protestierenden Landwirten auf und zwar am Leopoldplatz.

Für Zeebrügge warnten die Bauern vor einer langen Aktion. Inzwischen befürchten Vertreter aus Wirtschaft und Handel Probleme für Produktion und Nachschub in vielen Sektoren, wenn die Landwirte weiter das Land lahmlegen. Die Arbeitgeber im Hafen von Antwerpen rieten ihrem Personal dazu, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten, denn sie befürchten auch dort am Mittwoch Blockaden der Landwirte. 

(Lesen Sie bitte unter den Videos der nächtlichen und frühmorgendlichen Proteste weiter)

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Belgiens Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) zeigte Verständnis für die Proteste, bat aber darum, dass diese friedlich verlaufen sollten. Sie empfiehlt den Landwirten Wege für Not- und Hilfsdienste freizulassen, damit bei Unfällen schnell reagiert werden kann.

Am späten Dienstagnachmittag sollte Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) eine Delegation der erbosten Landwirte treffen. Dabei wird auch Bundeslandwirtschaftsminister David Clarinval (MR) zugegen sein. Die Landwirte werden möglicherweise am Donnerstag beim EU-Gipfel in der Brüsseler Innsnstadt "zugegen" sein. 

Es wird grimmiger

Am Montagabend traf die regionale wallonische Umweltministerin Céline Tellier (Ecolo) in Namür mit erbosten Bauern zusammen, doch ihre Antworten auf deren Fragen stießen nicht auf Zufriedenheit und die Polizei musste die Ministerin schützen und wegbegleiten.

In Flandern sorgte die neue Partei Boer Burger Belangen, nachdem sie ein Video gepostet hatte, auf dem Galgen zu sehen waren, an denen Puppen aufgehängt wurden. Diese symbolisierten Landesumweltministerin Zuhal Demir und Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever (beide N-VA) und Landesagrarminister Jo Brouns (CD&V). Man wolle aber keine Gewalt provozieren, hieß es danach entschuldigend… 

Brüssel, Leopoldplatz
Erste Traktoren auf dem Weg ins Brüsseler Europaviertel
Auf nach Zeebrügge
Die Feuer der protestierenden Landwirte richten Schäden an der Fahrbahn an
Überall Traktoren
Walloniens Umweltministerin Tellier muss von der Polizei geschützt werden
In Halle: "Wir bleiben so lange, wie es nötig ist"
Der Viadukt von Merksem am frühen Morgen
Traktoren am Antwerpener Sportpalast
Bauern in Brüssel

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