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Startschuss in Antwerpen: Europäische Hafenallianz gegen Drogenschmuggel

Eine europäische Allianz will organisiertes Verbrechen und Drogenhandel über Häfen künftig stärker bekämpfen. „Europa hat ein Drogenproblem - und es spitzt sich zu. Um dem anwachsenden Zustrom von Kokain und anderen illegalen Substanzen in die EU entgegenzuwirken, müssen unsere Zoll-, Strafverfolgungs- und Hafenbehörden enger und wirksamer zusammenarbeiten“, sagte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni in dieser Woche zum Start der Initiative im belgischen Antwerpen. Das Ziel sei, alle relevanten Akteure an einen Tisch zu bekommen, um Lösungen zu finden.

Andreas Kockartz
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Die Initiative zu dieser „Europäischen Hafen-Allianz“ geht von der EU-Kommission aus. Demnach sollen die Zollbehörden gezieltere Kontrollen in den Häfen vornehmen können. Kriminelle Banden könnten künftig mit Unterstützung von Europol und der Europäischen Staatsanwaltschaft stärker verfolgt werden. Außerdem will die Hafenallianz eine öffentlich-private Partnerschaft (PPP) zur Bekämpfung des Drogenschmuggels gründen. Dabei sollen mögliche Schwachstellen ermittelt und praktische Lösungen für mehr Sicherheit in den Häfen gefunden werden.

Beteiligt sind unter anderem die EU-Kommission, die Länder der Europäischen Union, Hafenbehörden, (Polizei)Agenturen wie z.B. Europol und die Zollbehörden. Belgiens Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) sagte dazu, dass ein erfolgreicher Kampf gegen die internationale Drogenmafia eine intensive Zusammenarbeit erfordere und dies nicht nur auf Behördenebene, sondern auch und gerade auf Ebene der Häfen. 

Häfen und Container

Belgiens nationale Drogenkommissarin Ine Van Wymersch sagte dazu gegenüber VRT NWS, dass inzwischen auch kleinere Häfen im Süden Europas genutzt werden, weil sich die Schmuggelrouten verändert hätten. Kriminelle nutzen Häfen, um illegale Ware mit Containern in die EU zu schmuggeln. Vor allem für den Drogenhandel spielen die großen europäischen Häfen wie Antwerpen, Rotterdam, Hamburg oder Bremerhaven eine wichtige Rolle. Allein in Belgien beschlagnahmten die Behörden 2023 im Antwerpener Hafen laut EU-Kommission eine Rekordmenge von 121 Tonnen Kokain - ein Anstieg um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Deutschlands Innenministerin Nancy Faeser (SPD) forderte daher hohen Ermittlungsdruck. „Daneben geht es natürlich auch um gute Prävention. Wichtig ist vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Häfen widerstandsfähiger damit resilienter gegen Korruption zu machen“, so Faeser gegenüber der ARD.

Quellen: dpa, Belga, ARD, VRT NWS

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