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"Speisen wie beim Wolf im Wolfsgraben" oder wie ein Bankgebäude zum trendy Streetfood-Market werden konnte

Im früheren Gebäude der ASRK-Bank (die ehemalige „Allgemeine Spar- und Rentenkasse“) in der Wolvengracht im Zentrum von Brüssel ist heute das „Wolf“ zu Hause. Vor rund 7 Jahren zogen hier in dieses Gebäude, das inzwischen den morbiden Charme einer Industriehalle vorweisen kann, mehr als ein Dutzend Anbieter von Streetfood aus der ganzen Welt ein. „Garniert“ mit einer riesigen Getränkebar und einer Mikrobrauerei lädt das „Wolf“ zum Verweilen ein. 

Andreas Kockartz
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Insgesamt 19 Küchen bieten hier Essen aus aller Herren Länder an: Dim Sums aus China, Currys aus Indien, syrisch-libanesische Backwaren aber auch klassische Hamburger und für Belgien typische Garnelenkroketten. Wer möchte, der kann dazu ein Bier aus der hauseigenen Mikrobrauerei verköstigen. Zwei Bars bieten alle möglichen Getränke, von denen einiges aus der Brüsseler Region kommt.

Zwischen Sushi, Pasta, orientalischem Gebäck, süßen und salzigen Waffeln und vielem mehr ist alles offen. Kleine und größere Tische, die zum Teil aus Holz gebaut wurden, das von aufgegebenen Bowlingbahnen kommt, können für Gruppen zusammengeschoben werden und man nimmt Platz auf Flohmarktstühlen und auf Sitzgelegenheiten, die aus alten Schulen oder Kindergärten stammen könnten.

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Chillen

Ein riesiger geschwungener Chill Room mit Lampen, die aus den 90er Jahren stammen könnten, lädt zum Entspannen und Ausruhen nach einem deftigen Shopping im Brüsseler Stadtzentrum ein und ein Großteil der eher jüngeren Kundschaft kommen aus den umliegenden Büros, Ämtern und anderen Arbeitsplätzen hierher, um zu lunchen und zu quatschen.

Hier kann man gut und gerne die Zeit vergessen und alleine schon durch die angebotenen Speisen und den damit verbundenen Gerüchen von der weiten Welt träumen. Nicht zuletzt kann man im angrenzenden Bio- und Zero Waste-Food Market noch einkaufen.

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Gebäude mit Geschichte

Die ehemalige „Allgemeine Spar- und Rentenkasse“ (ASRK) wurde schon 1865 gegründet und richtete sich mit Sparangeboten an die „einfache“ Bevölkerung. Sie entwickelte sich im Laufe der Jahre durch alle möglichen staatlichen Netzwerke zu einer der größten Allfinanzgruppen des Landes, bis diese 1993 privatisiert wurde. Bis in die 50er Jahre basierten die belgischen Renten auf einem System der Kapitalansammlung: Arbeitnehmer legen jeweils individuell Kapital für eine spätere Pension an und dies zumeist bei der ASRK.

Der erste Sitz der ASRK entstand zwischen 1889 und 1918 aus Entwürfen der Architekten Henri Bayaert und Alban Chambon. Hier soll angeblich bald ein neues „Belga Queen“-Restaurant entstehen. Das Gebäude, in dem sich das „Wolf“ befindet, ist ein Anbau aus dem Jahr 1953 im Art déco errichtet. Gebaut hat es der Architekt Alfred Chambon, einer der drei Söhne von Alban Chambon… 2011 wurde das Gebäude an eine Immobiliengesellschaft veräußert. Es hat eine Gesamtfläche von rund 50.000m² und beherbergt Appartements, Büros, Hotels und den „Wolf Food Market“.  

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Tolle Lage, tolle Aufmachung

Das „Wolf“ ist ideal im Zentrum von Brüssel gelegen. Die Brüsseler Kathedrale St. Michael und Gudula ist nicht weit weg und auch der Große Markt nicht. Es liegt unweit der Einkaufsmeile Nieuwstraat/rue Neuve und der Münzoper und vieler anderer touristischer und wirtschaftlicher Einrichtungen.

Das neue Ambiente des „Wolf“ ist ein Projekt des Architekten Lionel Jadot, der den Charme der alten Bank erhalten konnte und es trotzdem schaffte, hier einen zeitlosen Speisetempel entstehen zu lassen. Die 500 m² Fläche umfassende Glaskuppel wurde von der Kristallglas-Manufaktur Van Saint-Lambert aus Lüttich produziert und blieb so erhalten, wie 1953 gebaut. Die früheren Bankschalter dienen heute als Küchen und Theken der Gastronomiebetrieben, die hier ihre Speisen feilbieten. Auch das 7 m breite Eingangstor aus Bronze und Glas ist unangetastet geblieben. Dieses bietet einen gediegenen Zugang zu einer kulinarischen Einrichtung, die zumindest in Brüssel ihresgleichen sucht.

„Wolf Streetfood Market“, Wolvengracht/rue du Fossé au Loups 50, 1000 Brüssel. Info : www.wolf.be  

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