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Verkehrsexperten wollen ein Verbot von Apps und Warnsystemen für Geschwindigkeitskontrollen in Belgien

Das belgische Institut für Verkehrssicherheit, VIAS, will ein Verbot von Systemen erreichen, die über Apps und andere Möglichkeiten vor mobilen Blitzanlagen warnen. Dabei geht es auch um Navigations-Apps von z.B. Waze oder Coyote. VIAS warnt vor den Sicherheitsproblemen im Straßenverkehr, die von solchen Systemen ausgehen. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

VIAS hatte im Auftrag des belgischen Bundesverkehrsministeriums zwei Jahre lang die Auswirkungen solcher Warn-Apps untersucht und dabei festgestellt, dass 37 % aller Autofahrer auf den Straßen und Autobahnen unseres Landes solche Systeme regelmäßig nutzen. Für die Verkehrsexperten ist ein Aspekt dabei besonders gefährlich, nämlich der, dass sich die meisten Fahrer durch solche Blitzwarnungen nur noch an den gekennzeichneten Stellen an die zulässige Höchstgeschwindigkeit halten.

VIAS stellt auch fest, dass solche Systeme die Autofahrer ablenken, denn diese schauen nach den entsprechenden Meldungen auf ihre Navis bzw. auf ihre Mobiltelefone und achten dabei nicht auf den Verkehr. Das Verkehrsinstitut fordert denn auch von der belgischen Regierung, dass sie nach dem Beispiel Deutschlands und der Schweiz solche Apps verbietet.

Bundesverkehrsminister Georges Gilkinet (Ecolo) hält sich in dieser Frage zurück. Gegenüber der Tageszeitung Le Soir sagte der frankophone Grüne, dass er sein Ministerium darum bitten werde, die entsprechenden App-Anbieter zu kontaktieren, ohne aber ein Verbot von solchen Radarwarnern zu erreichen. Er würde eher dem Beispiel Frankreichs folgen. 

Verbieten oder nicht?

Hier gibt es ein Zwischensystem, bei dem solche Systeme nicht verboten sind, doch sie dürfen den genauen Standort einer mobilen Blitze nicht angeben, sondern lediglich die Zone, in der sie sich befindet.

VIAS geht aber in seiner Sorge um die Gefährdung der Verkehrssicherheit in Belgien weiter und fordert ein generelles Warnverbot vor Polizeikontrollen und Aktionen gegen Alkohol am Steuer. Stef Willems von VIAS sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Es ist für die Fahrer, die zu viel getrunken haben einfach, denn sie nehmen einen Umweg. Sie nehmen dann wahrscheinlich eine längere Route, wodurch das Risiko eines Unfalls steigt.“

Mit einem Verbot könne ein deutliches Signal gegeben werden, so Willems, „denn damit wird gezeigt, das risikovolles Verhalten nicht toleriert werden kann.“ Man müsse den Autofahrern zudem deutlich machen, dass Geschwindigkeits-, Alkohol- und generelle Polizeikontrollen der Verkehrssicherheit dienen und nicht dazu, dass der Staat Geld einnimmt.   

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