„Limburgse vlaai“ ist ein Fladen und die niederländische Bezeichnung für Fladen ist eben „vlaai“. Ab dem 22. Januar 2024 ist der „Limburgse vlaai“ offiziell ein europäisches regionales Erzeugnis. Das bedeutet, dass nur Bäcker aus Belgisch- oder Niederländisch-Limburg diese Fläden backen dürfen. Überdies muss der offiziell anerkannte „vlaai“ strengen Vorschriften genügen, sonst droht Ungemach!
"Limburgse vlaai" ist ab jetzt offiziell ein anerkanntes europäisches Regionalprodukt
Rund 7 Jahre hat es gedauert, bis es Peter Nulens aus Hasselt, der limburgischen Provinzhautstadt in Flandern, und Marcel Nulens aus Susteren in Niederländisch-Limburg gelungen ist, den „Limburgse vlaai“ als regionales Erzeugnis anerkennen zu lassen, damit es den Bedingungen für eine EU-weite Kennzeichnung für "geschützte geografische Angabe" (g.g.A.) entspricht. Dass eine solche Ankerkennung aus zwei Ländern beantragt wurde, war schon eine Besonderheit.
„Limburgse vlaai“ gehört damit zur Liste der EU-weit geschützten Regionalprodukte, zu denen z.B. auch die Lambiek-Biere aus der Brüsseler Region, der Brüsseler Boden-Chicorée, die Hopfensprossen aus Poperinge in Westflandern, Ardenner Schinken, Cidre aus der Bretagne, Balsamico-Essig aus Modena, die „Grüne Soße“ aus Frankfurt oder auch (trotz Brexit) die Cornish Pastry aus England.
Lastenbuch
„Bäcker aus den beiden Limburgs, die in Zukunft ‚Limburgse vlaai‘ verkaufen wollen, müssen sich bei uns melden“, so Co-Initiator Nulens: „Sie unterzeichnen dann eine Charta, nach der sie unserem Lastenbuch strickt folgen werden. Darin stehen alle Regeln, denen die Fläden entsprechen müssen. Diese Regeln haben wir gemeinsam mit Bäckern aus Limburg aufgestellt.“
Nach diesem Schritt erfolgen Kontrollen der Lebensmittelbehörden aus Belgien und den Niederlanden. Übrigens, Verstöße gegen die Auflagen, denen ein g.g.A.-Produkt entsprechen muss, werden von Seiten der EU-Behörden streng geahndet und dies auch mit hohen Bußgeldern.
Die Bezeichnung „vlaai“ ist limburgischer Dialekt und geht auf das Wort Fladen zurück. Auch in der Gegend von Aachen und in Ostbelgien sind Fläden beliebt - hier insbesondere der Reisfladen oder der Blaubeerfladen, auch „Schwarzer Fladen“ genannt.
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Rezept und Kennzeichen
Ein erster wichtiger Grundsatz für „Limburgse vlaai“ ist, dass er entweder in Flämisch- oder in Niederländisch-Limburg gebacken werden muss. Das wissen wir bereits. Und, er muss so gegessen werden, wie er aus dem Backofen kommt. Sprüht man Sahne darauf, ist es kein echter „Limburgse vlaai“ mehr! Grundsätzlich muss ein solcher Fladen aus flachem Hefeteig mit angedicktem Fruchtkompott (Stachelbeeren, Kirschen, schwarze Pflaumen, Äpfel oder Aprikosen aber auch Milchreis, Sahne, Grießpudding, Frischkäse, eine Zucker-Ei-Mischung oder eine Kombination aus diesen Zutaten) bestehen.
Die Böden - höchstens 1 cm dick - müssen mindestens 10 cm groß sein und sollen eine Durchschnitt von 30 cm nicht überschreiten. Aprikosen- und Pflaumen-vlaaien werden dabei oft mit einem Gitter aus dem gleichen Teig überzogen. Der Teigboden ist eher dünn und elastisch, soll goldbraun gebacken sein (30 bis 35 Minuten im Backofen) und das Fruchtkompott sollte recht dick aufgetragen werden. Wichtig für einen echten „Limburgse vlaai“ ist zudem, dass der Teig mitsamt den Früchten im Ofen gebacken wird. Wird der Boden zuerst gebacken und dann erst mit Fruchtkompott bestrichen, ist es wiederum kein echter „vlaai“.
