Vor dem Gericht in Brügge hat am Donnerstag der Prozess gegen den bekannten und umstrittenen flämischen YouTuber Acid begonnen (Video rechts neben seinem Anwalt Walter Van Steenbrugge). Acid wurde von einem Studenten angezeigt, weil dieser in einem seiner Videos fälschlicherweise namentlich genannt wurde, in dem es um die Veröffentlichung der Identitäten einiger Mitglieder des flämischen Studentenvereins Reuzegom ging. Bei dem Verein war vor einiger Zeit ein junger Mann an den Folgen einer brutalen Studententaufe ums Leben gekommen, wozu es ebenfalls ein aufsehenerregendes Verfahren gab.
Prozess gegen YouTuber Acid: Er nannte den Namen eines Unbeteiligten in einem Prozess gegen eine Studentenvereinigung
Dutzende Acid-Fans, zumeist junge Leute, warteten am Donnerstagmorgen vor dem Gerichtsgebäude auf Acid - bürgerlicher Name Nathan Vandergunst - dessen Prozess hier begann (Foto unten). Acid muss vor dem Richter erscheinen, weil er in einem seiner Videos die Namen von 4 Mitgliedern genannt hatte, die vermeintlich Schuld am Tod von Sanda Dia hatten, der bei einer brutalen Studententaufe bei Reuzegom gestorben war.
Acid veröffentlichte diese Namen, weil er sauer auf die klassischen Medien war, die das nicht machten. Er war und ist der Ansicht, dass er damit keinen Fehler gemacht habe. Doch einer der vier Studenten, die Acid in Zusammenhang mit dem Prozess zum Tod von Sanda Dia in seinem Video öffentlich nannte, war ein Unbeteiligter, der nichts mit der Taufe und dem Tod des jungen Mannes zu tun hatte. Und dieser reichte Klage gegen Acid ein.
Der Anwalt des Klägers war vor Prozessbeginn deutlich. Man könne darüber diskutieren, ob die Strafe für die Reuzegom-Mitglieder nicht hoch genug war (was Acid ebenfalls auf YouTube kritisierte) und ob man die Namen der in diesem Zusammenhang angeklagten Studenten nennen sollte oder nicht. Doch Acid alias Nathan Vandergunst hätte niemanden da mit reinziehen dürfen, der nicht mit der Sache zu tun hatte.
Bei der Staatsanwaltschaft Brügge hieß es dazu, dass die Zeiten von Schandpfählen vorbei sei. Sie forderte eine prinzipielle Strafe für Acid. Der Kläger fordert einen Schadensersatz von 200.000 € wegen Rufmord.
